Peter Wuffli neuer Spitzenmann
UBS-Chef Arnold vor die Tür gesetzt

Die Schweizer Großbank UBS AG hat für einen Eklat gesorgt: Mit sofortiger Wirkung ersetzt Peter Wuffli, bisher Chef des Asset Managements des Instituts, Luqman Arnold als Präsidenten der Konzernleitung.

ef/rob ZÜRICH. Von Unstimmigkeiten zwischen dem Verwaltungsrat und dem erst seit zehn Monaten amtierenden Briten war vorher nichts nach außen gedrungen und dem Management war auch nichts bekannt. Begründet wurde die Entscheidung mit Meinungsverschiedenheiten. Mehr wollte Wuffli auf einer Analystenkonferenz nicht sagen. Er betonte aber, dass die Gründe weder im Finanzbereich, noch in der operativen Führung oder der Unternehmenskontrolle zu suchen seien.

Im UBS-Management wird über einen Machtkampf zwischen Arnold und seinem Vorgänger Marcel Ospel, dem Präsidenten Verwaltungsrates der UBS, spekuliert. Ospel, wie Arnold erst 50 Jahre alt, ist für die strategische Ausrichtung des Konzerns zuständig. Er mischte jedoch auch im Tagesgeschäft kräftig mit. Das sei Arnold offensichtlich gegen den Strich gegangen, wird im Management spekuliert. Bezeichnend ist: In der Swissair-Krise war es Ospel, der einen Weg für eine nationale Schweizer Fluggesellschaft wies, obwohl dies eigentlich in den Aufgabenbereich von Arnold fiel. In dieser für den Ruf der Schweiz wichtigen Frage blieb Arnold stumm.

Für den Analysten Keith Baird von Prudential Bache bleiben nach der Trennung Fragen offen. Als Publikumsgesellschaft schulde die UBS dem Markt bei einem solchen Wechsel eine Erklärung. Es sehe so aus, als ob ein Schritt zurück zum alten Finanzplatz Schweiz gemacht werde, sagte Baird. Auch Regina Anhorn von Lombard Odier äußerte sich kritisch: Sicher habe Arnold Schlüsselkontakte in der Investmentszene besessen. Dies sei einer der Hauptgründe für die Empfehlung der UBS-Aktie als Investment gewesen. Mit der Ertragsentwicklung habe die Entscheidung wohl nichts zusammen gehangen, urteilten Beobachter. Das Ergebnis des UBS-Konzerns in den ersten neun Monaten 2001 ist zwar um 39 % auf 3,87 Mrd. sfr gefallen, doch damit schnitt die größte Schweizer Bank im internationalen Vergleich recht gut ab.

Der 44-jährige Wuffli studierte in St. Gallen Wirtschaftswissenschaften und arbeitete als Journalist und McKinsey-Partner. Ab 1994 war er für den Schweizerischen Bankverein, eine der Vorgängerbanken der UBS tätig. Er unterstrich gestern sein gutes Verhältnis zu Ospel. Bestätigt wurde, dass an der Strategie der Großbank nichts Wesentliches geändert werde. Die drei Säulen des Konzerns bleiben die Vermögensverwaltung, die Schweizer Filialbank und das Investmentbanking UBS Warburg. Die Betreuung vermögender Kunden wird noch an Gewicht gewinnen.

So soll vor allem die Kooperation von UBS Paine Webber in den USA mit dem europäischen Private Banking verstärkt werden. Die UBS liegt mit Kundenvermögen von 2,28 Bill. sfr weltweit an erster Stelle. Die Kooperation wird durch einen "Wealth Management Board" unter Vorsitz von Joseph J. Grano, dem Chef von UBS Paine Webber erfolgen. UBS Paine Webber wird aus UBS Warburg gelöst. Deren operative Leitung wird von John Costas übernommen. Der bisherige Chef Markus Granziol bleibt Chairman und wird sich auf die Strategieentwicklung und die Beziehung zu wichtigen Kunden konzentrieren. Nachfolger von Wuffli als Chef von UBS Asset Management wird John Fraser, bisher Vertreter des neuen Konzernchefs.UBS-Aktien brachen gestern um 5 % auf 81,95 sfr ein.

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