Peters droht mit Ausweitung des Konflikts
IG Metall und Arbeitgeber ringen um neue Verhandlungen

Im Arbeitskampf der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie bahnt sich eine Entscheidung an. IG Metall und Arbeitgeber erklärten heute ihre Bereitschaft, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

HB/huh BERLIN. Es gebe Gespräche über einen Termin noch in dieser Woche, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Hasso Düvel, dem Handelsblatt. IG-Metall-Vize Jürgen Peters stellte den Arbeitgebern ein Ultimatum für neue Verhandlungen bis Donnerstag. Zugleich drohte er, die Gewerkschaft werde über Maßnahmen in Westdeutschland nachdenken, sollte es bis zum Wochenende keine Fortschritte im Konflikt um die 35-Stunden-Woche geben.

Ein Sprecher des Verbands der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) sagte: "Wir sind zur Fortsetzung der zentralen Verhandlungen bereit." Allerdings habe die IG Metall bisher kein offizielles Gesprächsangebot gemacht. Der Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, Hans Werner Busch, verlangte von der IG Metall Zugeständnisse. Neue Gespräche machten nur Sinn, wenn die Gewerkschaft sich von ihrer Forderung nach einem festen Stufenplan für die 35-StundenWoche verabschiede.

Eine Schlichtung lehnte Busch ab. "Unsere Lösungskonzepte und das der IG Metall liegen viel zu weit auseinander." Dagegen sprach sich der Minister für den Aufbau Ost, Manfred Stolpe (SPD), für Sachsens früheren Regierungschef Kurt Biedenkopf als Schlichter aus.

Drei Wochen nach Beginn der Streiks in Ostdeutschland wurden heute erstmals westdeutsche Automobilwerke in Mitleidenschaft gezogen. Wegen ausbleibender Bauteile stellte BMW die Produktion der 3er-Reihe ein. 10 000 Beschäftigte blieben zu Hause. VW rechnet ab Freitag mit Produktionsstopps bei den Modellen Golf und Lupo. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bezifferte den Produktionsausfall im Westen auf 1 800 Fahrzeuge täglich, im Osten auf 1 370 Fahrzeuge. VDA-Präsident Bernd Gottschalk warnte vor Produktionsverlagerungen nach Osteuropa.

Heute rief die IG Metall rund 9 000 Beschäftigte zum Arbeitskampf auf. Bis zum Beginn neuer Verhandlungen will sie die Streiks fortsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%