Petrochina bietet Milliardenbetrag für kanadische Fördergebiete
Chinas Ölkonzerne drängen ins Ausland

Die großen Ölkonzerne im Reich der Mitte stecken viel Geld in den Ausbau ihrer Weltmarktposition. Sie wollen damit ihre Ölreserven ausbauen und die Technik auf den neuesten Stand bringen.

mg PEKING. Chinesische Ölkonzerne drängen verstärkt auf den Weltmarkt und zielen auf die Übernahmen von Teilen ausländischer Firmen. Jüngster Fall: Der größte Öl- und Gasproduzent des Landes, Petrochina, will für 4,4 Mrd. $ Fördergebiete des kanadischen Ölkonzerns Husky Energy kaufen. Gelingt dies, würde Petrochina - hinter Sinopec auch zweitgrößter Raffineriebetrieb Chinas - erstmals die Landesgrenze überqueren.

Im Januar hatten bereits mehrere staatliche chinesische Ölfirmen innerhalb einer Woche den Einstieg bei Ölfeldern in Indonesien, Tunesien und Aserbeidschan gemeldet. Hintergrund für die Expansion: Chinas Zentralregierung drängt die Öl- und Petrochemieanbieter zu einer aggressiven Globalisierungs-Strategie. Damit sollen sie ihre Reserven ausbauen und nach Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO per Kooperation mit internationalen Partnern die Technologien modernisieren.

Übernahmen im Ausland brächten den chinesischen Ölkonzernen Anlagen mit kostengünstiger Produktion und geringem technischen Risiko, bestätigt Cheng Khoo, Analyst bei der Investmentbank UBS Warburg. Beispiel CNOOC: Chinas Monopolist bei küstennaher Förderung im Meer kaufte vor wenigen Tagen von Spaniens Repsol die indonesischen Öl- und Gasaktivitäten für 585 Mill. Dollar in bar. CNOOC katapultiert sich mit 15 bis 20 Mill. Barrel pro Jahr zum größten Produzenten mit Bohrinseln in indonesischen Gewässern.

Der Vorstoß erweitert die Reserven von CNOOC um 10 % und wird von Insidern als Sprungbrett für einen Einstieg bei Tangguh in der Provinz Papua gesehen. Tangguh ist in der engeren Auswahl für ein gigantisches Gasterminal in Chinas Südprovinz Guangdong.

Konzerne setzen auf neue Pipelines

Doch die Konkurrenz schläft nicht. China National Petroleum Corp CNPC, zu der Petrochina gehört, sicherte im Januar das 30 %-Paket der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung an zwei großen Ölfeldern in Aserbaidschan. Das Investment ist bislang die größte Ölkooperation mit ausländischen Partnern in dem Land. CNPC drängt es auch in den Raum Indochina, um seine Reserven und Zugänge zu Ölfeldern auszubauen. Der Konzern wird im Ölfeld Pyay in Myanmar (ehemaliges Burma) investieren, um sich 20 Jahre lang 40 % der Ölausbeute zu sichern.

Neben Übernahmen setzen die Konzerne auf neue Pipelines. So hat Petrochina Anfang Februar mit dem Bau einer 4 200 Kilometer langen Gas-Pipeline vom äußersten Westen des Landes in Xinjiang bis nach Schanghai begonnen. Das 18 Mrd. $ teure Projekt geht der Konzern gemeinsam mit Royal Dutch/Shell und Russlands Gazprom an.

CNPC vereinbarte vor einem halben Jahr während des Staatsbesuchs von Chinas Premier Zhu Rongji den Bau einer 2 Mrd. $ teuren und 2 400 Kilometer langen Pipeline vom russischen Ölfeld Kovykta in Yakutsk bis in die Hafenstadt Dalian in Nordostchina. Die Pipeline soll vom Jahr 2005 an jährlich 20 Mill. Tonnen Rohöl transportieren. China ist seit 1993 Nettoimporteur von Rohöl. Die Einfuhr liegt derzeit bei 70 Mill. Tonnen Öl pro Jahr, der Wert soll binnen vier Jahren auf rund 100 Mill. Tonnen steigen - rund 45 % des Eigenbedarfs.

Der zweitgrößte Ölkonzern Chinas, Sinopec, steht ebenfalls in den Startlöchern, um seine Ölzugänge und Reserven aufzustocken. Das Unternehmen ist vor allem auf Raffinerie und Petrochemie spezialisiert und bezieht bislang 60 % des verarbeiteten Öls von Konkurrenten. Sinopec wartet derzeit auf die Zustimmung der Behörden in Kuwait für eine Beteiligung an dem gigantischen Ölprojekt "Northern Fields", das 7 Mrd. $ umfasst.

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