Peugeots Schwesterunternehmen zieht Konsequenzen aus Kritik an langweiligen Modellen
C3 ist wieder ein echter Citroën

Für Citroën-Liebhaber hat das lange Warten ein Ende. Der auf der IAA erstmals präsentierte Kompaktwagen C3( >> Foto ) soll den Umschwung einleiten. Die Zweitmarke im PSA-Konzern soll wie vor ihrem Zusammenschluss mit Peugeot wieder mit sehr individuellen Modellen eine ebensolche Kundschaft ansprechen.

pha FRANKFURT. Die Kritik der letzten Jahre war heftig und muss jenen aus der Seele gesprochen haben, die in einem Citroën immer noch das Besondere sehen und sehnlichst darauf gewartet haben, dass die französische Zweitmarke im PSA-Konzern wieder zu alten Tugenden zurückkehrt.

Doch so lange die Kostenkiller bei Peugeot das Sagen hatten, waren alle Bemühungen vergebens, mit avantgardistischen Autos Emotionen der Kunden anzusprechen. Ein möglichst hoher Anteil von gleichen Teilen und ähnlichen Karossen stempelte die einst so hoch angesehene französische Marke zum gesichtslosen Anhängsel.

Bis vor drei Jahren Jean-Martin Folz das Steuer bei PSA übernahm. Er ließ bei seiner Umstrukturierung des Konzerns die Öffentlichkeit wissen, dass es bald wieder Citroën-Wagen geben wird, die an die ruhmreiche Vergangenheit anknüpfen können. Eine Vergangenheit, in der die Marke durch extravagante wie mondäne Modelle à la Traction Avant oder DS, aber auch durch den skurrilen Kleinwagen 2CV Image gewonnen hatte.

Mit dem C3, der auf der Frankfurter Autoschau IAA seine Weltpremiere erlebt, ist nun auch de facto der Umschwung eingeleitet. Der viertürige Kompaktwagen zeigt stilistische Individualität, pfiffige Detaillösungen, ja, er wirkt in seinem ganzen Auftritt wie ein moderner 2CV, besonders wenn sein Panorama-Glasschiebedach weit geöffnet ist. Dann werden Erinnerungen wach an das Rolldach der legendären "Ente", deren Insassen sich an schönen Tagen wie in einem Cabrio fühlten.

Wie sein legendärer Urahn wendet sich der 3,85 Meter lange Fronttriebler C3 vom designerischen Mainstream ab, der ja bekanntlich wieder kantigere Formen favorisiert. Die Silhouette des C3 ist dagegen kugelig und rund: rundliche Schnauze, kuppelartige Fahrgastzelle, halbkreisförmige Fensterflächen und Radausschnitte, eine geschwungene Heckpartie.

Das allein macht aber noch nicht den nonkonformistischen Auftritt des C3 aus, es sind auch die unkonventionellen Maße und Proportionen. In der Länge (3,85 Meter) misst der kompakte Citroën weniger als der neue VW Polo, in der Breite (1,67 Meter) reicht er aber an den Golf heran, während er mit einer Höhe von 1,52 Metern alle seine Klassenkonkurrenten übertrifft. Und weil Citroën-Kunden in der Mehrzahl nicht unbedingt sportliche Autofahrer, sondern kinderfreundliche Individualisten mit extravaganten Ansprüchen an Design und Ausstattung sind, will der C3 als erster einer neuen Generation von Citroën-Fahrzeugen diesen Forderungen nachkommen, indem er beispielsweise ein Innenraum-Ambiente zum Wohlfühlen für die ganze Familie offeriert.

Seine volumenbetonte Architektur führt zu einem großzügigen, lichtdurchströmten Interieur. Zahlreiche, speziell für Kinder konzipierte Details tragen dazu bei, dass sich auch die Eltern während der Fahrt entspannen können. Hierzu zählt etwa ein zweiter Innenspiegel, über den ständig Sichtkontakt mit den Kleinen im Fond gehalten werden kann. Ein spezielles Kinder-Ausstattungspaket zeigt, welche Aufmerksamkeit Citroën der Familie mit ihren Bedürfnissen widmet. Zu diesem Paket gehören unter anderem herunterklappbare Tabletts in den Rücklehnen der Vordersitze. Sie haben eine Ablageschale für Stifte und einen Becherhalter.

Auch der außergewöhnliche Stauraum (zwei Handschuhfächer, eines davon klimatisiert, Schubfächer unter den Vordersitzen, in der Mittelkonsole Platz für drei Getränkedosen und ein Handy) zielt in diese Richtung. Die reduzierte Geräuschkulisse und der allgemeine Fahrkomfort sollen darüber hinaus das Reisen in diesem Wagen mit seinen Allround-Qualitäten zu einem besonderen Vergnügen werden lassen.

Da der C3 breite Käuferschichten ansprechen soll, geht er mit Sonderausstattungen an den Start, die an höhere Klassen erinnern. Dazu zählen elektronische Einparkhilfe, sonnenstandsabhängig gesteuerte Klimaanlage, CD-Wechsler und, Navigationssystem. Schließlich können für den mit einem Einstandspreis von rund 25 000 DM zu veranschlagenden Citroën C3 zahlreiche Motorisierungswünsche erfüllt werden: drei Benziner und zwei Turbodiesel von 61 bis 110 PS stehen zur Verfügung.

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