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Pfizer-Gruppe peilt Spitzenplatz auf deutschem Pharmamarkt an

Die Pfizer-Gruppe will bis zum Jahr 2005 in Deutschland die Nummer eins auf dem verschreibungspflichtigen Pharmamarkt werden. Der Vorstandschef der Pfizer Deutschland GmbH (Karlsruhe), Werner Soukop, kündigte am Dienstag an, "in drei, vier Jahren die Konkurrenten Aventis und Novartis zu überholen".

dpa KARLSRUHE. Neue Medikamente werden laut Soukop das Wachstum beschleunigen helfen. Dazu gehören das gemeinsam mit Aventis entwickelte weltweit erste inhalierbare Insulin oder das Migränemittel Relpax (Wirkstoff Eletriptan), das im Januar 2002 auf den deutschen Markt kommen soll.

Der vor einem Jahr erfolgte Zusammenschluss von Pfizer und Warner- Lambert zum weltweit führenden Pharmakonzern habe die deutsche Pfizer-Gruppe ihrem Ziel der Marktführerschaft wesentlich näher gebracht, hieß es. Im Vergleich zu den addierten Umsätzen der beiden Unternehmen im Jahr 1999 sei der Umsatz nach dem Zusammenschluss im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 2,17 Mrd. DM (1,10 Mrd Euro) gestiegen.

Der Bereich Human-Arzneimittel ist um neun Prozent auf 1,64 Mrd. DM gewachsen. Das sind 87 % des deutschen Gesamtumsatzes. Deutschland ist nach Soukops Angaben «der wichtigste Markt von Pfizer nach USA und Japan». Zur Ertragslage machte das Unternehmen keine Auskünfte. Weltweit erwirtschaftete Pfizer im Jahr 2000 einen Umsatz von 29,6 Mrd. Doller.

Für 2001 rechnet die 3600 Mitarbeiter zählende deutsche Pfizer - Gruppe mit einem Umsatzplus von elf Prozent. Allerdings schließt Soukop für das kommende Jahr einen Rückgang beim Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent nicht aus, falls die Bundesregierung ihre Ankündigung wahr mache, den Erstattungsbetrag einer Reihe von Medikamenten abzusenken. Davon betroffen wäre auch das Mittel Norvasc, dem nach Unternehmensangaben zweitwichtigsten Medikament von Pfizer in Deutschland. Seinen Erstattungspreis wolle die Bundesregierung um 30 % senken.

Das bedeutendste Pfizer-Produkt hier zu Lande ist der Lipidsenker Sortis, ein Mittel zur Reduzierung erhöhter Blutfettwerte, das Warner-Lambert in die Pfizer-Gruppe eingebracht hatte. Mit seinem bekanntesten Medikament, dem Potenzmittel Viagra, will Pfizer in Deutschland in diesem Jahr die Umsatzmarke von 100 Mill. DM erreichen. Etwa eine Million Männer schlucken nach Angaben des Herstellers die blaue Pille, weltweit sind es 13 Millionen.

Deutliche Umsatzzuwächse erhoffen sich die Pfizer-Manager von dem ersten oral anwendbaren Insulin, mit dessen Zulassung 2003 zu rechnen sei. Allein dieses Medikament lasse einen weltweiten Jahresumsatz von über einer Milliarde DM erwarten - ebenso das Mittel Spiriva, das im Juni 2002 auf den deutschen Markt kommen soll. Dieses Medikament mit dem Wirkstoff Tiotropium gegen bestimmte Lungenerkrankungen wurde gemeinsam mit Boehringer Ingelheim entwickelt. Das Migränemittel Relpax wird Anfang kommenden Jahres in deutschen Apotheken zu kaufen sein.

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