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Pfizer kritisiert Sortis-Festbetrag - Ministerium rät zum Wechsel

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat die geplante Festbetragsregelung für seinen Cholesterinsenker Sortis durch die deutschen Krankenkassen kritisiert. Pfizer will den Preis für Sortis deshalb künftig nicht auf den von den Kassen verlangten Festbetrag absenken.

dpa-afx BERLIN. Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat die geplante Festbetragsregelung für seinen Cholesterinsenker Sortis durch die deutschen Krankenkassen kritisiert. Pfizer will den Preis für Sortis deshalb künftig nicht auf den von den Kassen verlangten Festbetrag absenken. Als Reaktion empfahlen am Montag das Bundesgesundheitsministerium und die Spitzenverbände von Krankenkassen und Ärzten den Patienten, auf vergleichbare Cholesterinsenker zurückzugreifen.

Andernfalls müsse ein Patient bei einer 100er-Packung Sortis zu 20 mg rund 57 Euro zusätzlich selbst bezahlen. "Es steht eine große Auswahl an therapeutisch vergleichbaren Produkten zur Verfügung, die nicht teurer als der Festbetrag sind", hieß es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Pfizer: Verstoss Gegen Innovationsschutz

Der Konzern gibt sich unversöhnlich: "Die Entscheidung verstößt gegen den gesetzlich vorgesehenen Innovationsschutz und führt zu einer weiteren Belastung für Kassenpatienten", teilte Pfizer Deutschland in Karlsruhe mit. Die Patienten müssten für den Cholesterinsenker, der in der betreffenden Medikamentengruppe nachweislich am stärksten und am schnellsten wirke, noch mehr Geld dazu zahlen.

Die Pharmabranche kritisiert seit langem die künftige Festbetragsregelung. Zuletzt hatte das Bundesgesundheitsministerium jedoch die Preisobergrenzen bei bestimmten patentgeschützten Medikamente für zulässig erklärt. Für Arzneimittel, die zu diesen Gruppen gehören, werden nur noch Festbeträge von den Krankenkassen bezahlt.

Der Streit mit der Pharmaindustrie dreht sich darum, ob auch patentgeschützte Arzneimittel mit zweifelhaftem therapeutischem Nutzen in die Höchstpreis-Regelung einbezogen werden dürfen. Die Festbeträge für bislang vier neue Wirkstoff-Gruppen sollen von Anfang 2005 gelten und den Kassen Einsparungen von jährlich rund 350 Mill. Euro bringen.

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