Archiv
Pfizer-Mittel Celebrex soll auch Herz-Kreislauferkrankungen fördern

Dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer drohen möglicherweise wegen eines Berichts über Nebenwirkungen bei seinem Kassenschlager Celebrex ähnliche Probleme wie dem US-Konkurrenten Merck & Co .

dpa-afx BOSTON. Dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer drohen möglicherweise wegen eines Berichts über Nebenwirkungen bei seinem Kassenschlager Celebrex ähnliche Probleme wie dem US-Konkurrenten Merck & Co . Celebrex erhöhe das Risiko eines Herzinfarktes, heißt es in einem Artikel, der in 14 Tagen im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" erscheinen soll. 2003 setzte Pfizer bei einem Gesamtumsatz von 45,188 Mrd. Dollar mit dem Kassenschlager 2,132 Mrd. Dollar um.

Der Artikel könnte nach Ansicht von Experten für die gesamte Branche weitreichende Konsequenzen haben, denn er unterstellt sämtlichen Präparaten aus der Gruppe der so genannten Cox-2-Hemmer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu fördern. Weltweit erzielten die Medikamente einen Umsatz von rund zehn Mrd. Dollar. Allein Pfizer deckt nach Branchenangaben rund 69 Prozent des gesamten US-Cox-2 Marktes mit Celebrex und Bextra ab. Seit der Zulassung durch die amerikanischen Gesundheitsbehörde haben mehr als 27 Mill. Patienten in den USA Celebrex eingenommen.

Die Forschungsergebnisse in dem Fachmagazin könnten auch für Novartis Konsequenzen haben. Das Novartis-Konkurrenzprodukt Novn.VTX > Prexige befindet sich derzeit noch in klinischen Studien und soll spätestens 2006 zur Zulassung in den USA eingereicht werden.

Merck & CO: Weltweiter Vermarkungsstopp FÜR Vioxx

Merck & Co. hatte kürzlich mit dem Arthrosemedikament Vioxx eines seiner umsatzstärksten Mittel wegen des Risikos von Herz- und Schlaganfällen weltweit vom Markt genommen. Im vergangenen Jahr machte Merck & Co mit Vioxx 2,5 Mrd. Dollar Umsatz. Insgesamt hatte das Unternehmen 2003 rund 22,5 Mrd. Dollar umgesetzt. Auf den Verkaufsstopp reagierte die Aktie mit einem Kurssturz von mehr als 25 Prozent. Bereits jetzt rechnen Experten mit einer Klagewelle in den USA gegen Merck & Co.

Pfizer-Aktie Verlor Mehr ALS Sieben Prozent

Am Donnerstag verlor das Pfizer-Papier nach Bekanntwerden der Ergebnisse im Handelsverlauf mehr als sieben Prozent und schloss als meistgehandelter Titel an der New York Börse mit einem Minus von 3,82 Prozent auf 29,99 Dollar.

Pfizer hatte nach dem Vioxx-Debakel der Darstellung eines erhöhten Risikos durch Celebrex widersprochen und kündigte an, entsprechende klinische Daten zu veröffentlichen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA und die europäische Partnerbehörde Emea haben bereits angekündigt, die Wirkstoffklasse genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zwischenzeitlich hat das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen FDA-Bericht für Senator Charles Grassley berichtet, dass im Zeitraum der Vioxx-Zulassung im Jahr 1999 bis 2003 rund 27 785 Herzattacken hätten verhindert werden können, wenn anstelle von Vioxx das Pfizer-Konkurrenzprodukt Celebrex verwendet worden wäre.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%