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Pflege älterer Angehöriger kann teuer werden

Die Deutschen werden immer älter. Damit nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die zum Ende ihres Lebens zum Pflegefall werden. Das kann zu finanziellen Konsequenzen für ihre Kinder führen. Denn der Platz im Pflegeheim kostet monatlich zwischen 2 500 und 3 000 Euro. Das ist oft viel mehr, als der Senior an Rente bekommt.

ddp/vwd BERLIN. Tritt ein Pflegefall ein, bei dem eine Unterbringung in einem Heim notwendig ist, zahlt der Pflegebedürftige für Unterkunft und Pflegeleistungen. Reichen Rente und Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, müssen seine Kinder einspringen. Nach Paragraf 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind Verwandte in gerader Linie einander zum Unterhalt verpflichtet. Verwandte ersten Grades, also Kinder, Eltern und Großeltern müssen sich gegenseitig unterstützen.

Sohn oder Tochter dürfen jedoch ein gewisses "Existenzminimum" behalten, um ihre eigene Familie versorgen zu können. Es wird vom Nettoeinkommen der Familie abgezogen. Das sind 1 250 Euro für sich selbst und 950 Euro für den Ehepartner. Dazu kommt der Unterhalt für ihre Kinder. Die Höhe ist abhängig von deren Alter und wird nach der "Düsseldorfer Tabelle" ermittelt.

Auch Versicherungsbeiträge, Kreditraten, berufsbedingte Aufwendungen und Kosten zur Eigenvorsorge kann der Unterhaltspflichtige geltend machen. Von dem, was unterm Strich übrig bleibt, muss er seine Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem pflegebedürftigen Elternteil begleichen.

Meist warten die Alten- und Pflegeheime aber nicht, bis die Verwandten die Differenz überweisen. Sie holen sich das Geld von den örtlichen Sozialämtern, die auch schnell einspringen. Doch damit sind die Verwandten nicht entlastet. Die Sozialämter wollen ihre Vorschüsse zurück, allerdings nicht in voller Höhe. In der Regel fordern sie nur 50 Prozent ihrer geleisteten Zahlungen ein.

Es empfiehlt sich also, den bürokratischen Weg einzuhalten und nicht auf eigene Faust für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen. Dafür muss man allerdings bereit sein, seine finanziellen Verhältnisse offen zu legen. Das Amt will genau wissen, über wieviel Einkommen und Vermögen die Familie verfügt. Nicht alles wird für die Berechnung des Unterhalts herangezogen. Tabu sind beispielsweise das Auto, die Eigentumswohnung oder das Haus des unterhaltspflichtigen Kindes.

Allerdings kann das Sozialamt darauf bestehen, dass ein Teil des Hauses oder der Wohnung vermietet wird, wenn sie für die Familie zu groß ist. Einem vierköpfigen Haushalt stehen 130 Quadratmeter zu, jeder weiteren Person 20 Quadratmeter. Das Vermögen wird nur teilweise angetastet. Es gelten Freibeträge in Höhe von 76 694 Euro. Eigentümer von Häusern haben allerdings nur einen Freibetrag von 25 565 Euro.

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