Pfund auf neuem 15-Jahrestief
Euro stabil

Im Vorfeld neuer Konjunkturdaten aus der Euro-Zone hat der Euro sich nach anfänglichen Kursverlusten am Freitagvormittag bei Kursen um 0,85 $ stabilisiert. Sollten die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für April und das Wachstum für die Euro-Zone im ersten Quartal die Konjunkturschwäche untermauern, werde der Euro aber unter Druck geraten, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Das Pfund rutschte erneut auf ein 15-Jahrestief zum Dollar, nachdem der klare Wahlsieg von Premierminister Tony Blair und der Rücktritt des Oppositionsführers William Hague Spekulationen über einen frühzeitigen Beitritt Großbritanniens in die Euro-Zone anheizten. Zum Euro fiel das Pfund auf ein Drei-Wochentief.

Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone und der deutschen Industrieproduktion werden um 12.00 Uhr MESZ veröffentlicht. "Nach den katastrophalen deutschen Auftragseingängen von gestern muss man mit einer negativen Überraschung bei der Industrieproduktion rechnen", hieß es in einem Marktkommentar der Hypovereinsbank. Gegen 11.20 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,8500/10 $ nach 0,8500/05 $ am Vorabend in New York.

Der klare Wahlsieg des euro-freundlichen Blairs und der Rücktritt des Oppositionsführers und Euro-Gegners William Hague drückten das britische Pfund abermals auf ein 15-Jahrestief zum Dollar. Die britische Valuta fiel am Vormittag nach dem Rücktritt Hagues auf einen Tiefstand von 1,3775 $ und erholte sich danach leicht auf Kurse um 1,3800 $. Zum Euro bedeutete ein Tiefststand von 0,6145 Pfund lediglich ein Drei-Wochentief.

Investoren vermuten, dass Blair eine Volksabstimmung zum Euro vorverlegen könnte, um so die euro-skeptische Bevölkerung des Landes zur Aufgabe des Pfunds zu bewegen. Um der Exportwirtschaft keinen Schaden zuzufügen, werde die Regierung jedoch nur bei einem schwächeren Pfund-Kurs Mitglied der Euro-Zone werden, hieß es. Der Rücktritt des konservativen Hague "wird als ein weiterer Nagel im Sarg der Anti-Euro Kampagne gesehen", sagte Julian Jessop von Standard Chartered. Schatzkanzler Gorden Brown sagte jedoch am Freitag, dass der Wahlsieg nicht den Zeitplan für einen möglichen Euro-Beitritt ändern würde.

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