Pfund erneut auf Tiefststand
Euro stabil

Trotz enttäuschender Daten zur deutschen Industrieproduktion ist der Euro am Freitag relativ stabil in seiner Handelsspanne um 0,85 $ geblieben. Zwar gab der Euro in Folge des überraschenden Produktionsrückgangs etwas nach, erreichte jedoch nicht seine bereits am Morgen markierten Tages-Tiefststände.

rtr FRANKFURT. Wie schon am Vortag war jedoch die britische Währung im Zentrum der Aufmerksamkeit. "Die einzig deutliche Bewegung macht heute das Pfund", sagte Philip Shaw von Investec. Das Pfund rutschte erneut auf ein 15-Jahrestief zum Dollar, nachdem der klare Wahlsieg von Premierminister Tony Blair und der Rücktritt des Oppositionsführers William Hague Spekulationen über einen frühzeitigen Beitritt Großbritanniens in die Euro-Zone anheizten. Zum Euro fiel das Pfund auf ein Drei-Wochentief.

Gegen 14.45 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,8465/70 $ nach 0,8500/05 $ am Vorabend in New York. Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8478 (Donnerstag: 0,8469) $ ermittelt. Bei diesem Kurs kostete ein Dollar umgerechnet unverändert rund 2,31 DM.

Im April sank das Produktionsniveau in Deutschland saisonbereinigt zum Vormonat um 0,9 (März minus 2,8) %. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem leichten Anstieg gerechnet. Händlern zufolge hatte das im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone im ersten Quartal 2001 - plus 0,5 % zum Vorquartal nach plus 0,6 % im vierten Quartal 2000 - kaum einen Einfluss auf den Euro-Kurs.

Der klare Wahlsieg des als euro-freundlich geltenden Blair und der Rücktritt des Oppositionsführers und Euro-Gegners William Hague drückten das Pfund-Sterling abermals auf ein 15-Jahrestief zum Dollar. Die britische Valuta fiel am Vormittag nach dem Rücktritt Hagues auf einen Tiefstand von 1,3775 $ und erholte sich bis zum frühen Nachmittag leicht auf Kurse um 1,3820 $. Zum Euro bedeutete ein Tiefststand von 0,6125 Pfund lediglich ein Drei-Wochentief, da der Euro in jüngster Zeit selbst deutlich an Wert verloren hatte.

Investoren vermuten, dass Blair eine Volksabstimmung zum Euro vorverlegen könnte, um so die euro-skeptische Bevölkerung des Landes zur Aufgabe des Pfunds zu bewegen. Um der Exportwirtschaft keinen Schaden zuzufügen, werde die Regierung jedoch nur bei einem schwächeren Pfund-Kurs Mitglied der Euro-Zone werden, hieß es. Der Rücktritt des konservativen Blair-Herausforders Hague werde "als ein weiterer Nagel im Sarg der Anti-Euro Kampagne gesehen", sagte Julian Jessop von Standard Chartered. Schatzkanzler Gorden Brown sagte jedoch der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dass der Wahlsieg nicht den Zeitplan für einen möglichen Euro-Beitritt ändern werde.

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