Phantasie ohne Grenzen: Die innovative Anlageform gibt es seit 15 Jahren
Zertifikate lassen keine Anlegerwünsche offen

Die Geschichte der Zertifikate geht mittlerweile ins 15. Jahr. 1989 emittierte die Dresdner Bank das erste Index-Zertifikat. Heute erlaubt die Vielfalt verschiedener Zertifikate Investitionen genau nach den Markterwartungen der Anleger. Für jedes Marktszenario und auf eine Vielzahl von verschiedenen Basiswerten gibt es heute Produkte, welche die jeweilige Markterwartung unter Berücksichtigung der Risiken nachbilden. Doch was verbirgt sich genau hinter einem "Zertifikat"?

Ein Blick ins Gabler-Wirtschaftslexikon liefert folgende Definition: "Zertifikate sind börsennotierte Schuldverschreibungen (Wertpapiere), die von Geldinstituten ausgegeben werden. Dabei erwirbt der Anleger nicht das Wertpapier selbst, sondern das Recht, an der Wertentwicklung des zu Grunde liegenden Baiswertes beteiligt zu werden. Der Anleger ist Gläubiger, das Geldinstitut ist Schuldner."

Alles klar? Betrachtet man sich den Begriff und die Erklärung einmal näher, so kommt man zu folgender einfacheren Erklärung: Zertifikate sind Anlageprodukte mit tendenziell langfristigem Investment-Charakter. Ein Zertifikat verbrieft bestimmte Rechte, die der Anleger hat. So ist beispielsweise genau geregelt, welchen Betrag der Anleger am Ende der Laufzeit ausbezahlt bekommt, wenn die jeweilige Aktie an einem bestimmten Punkt notiert.

Zertifikate sind heute in den unterschiedlichsten Formen auf dem Markt zu finden. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, lassen sich beispielsweise diese Gruppierungen bilden: Index-Zertifikate, Strategie-Zertifikate, Themen-Zertifikate, Diskont-Zertifikate, Garantie-Zertifikate. Jedem dieser verbrieften Wertpapiere liegt ein bestimmter sogenannter Basiswert (underlying) zugrunde. So ist die Entwicklung eines Indexzertifikates eben von der Entwicklung des jeweiligen Index abhängig.

An den Kapitalmärkten gibt es eine Vielzahl von Finanzinstrumenten. Zertifikate werden häufig aus verschiedenen Instrumenten zusammengebaut. Fast immer ist der erste Baustein der Basiswert selbst, zum Beispiel eine Aktie. Anschließend wird die Aktie mit verschiedenen Bausteinen kombiniert. Dadurch ergeben sich die unterschiedlichen Risikostrukturen. So gibt es beispielsweise Zertifikate, die ihre maximale Rendite erzielen, auch wenn eine Aktie um 20 Prozent fällt. Bei anderen Zertifikaten muss die Aktie um zehn Prozent steigen

Die herausragende Entwicklung von Zertifikaten lässt sich auch durch Zahlen untermauern. Mit einem Umsatzvolumen von ca. 60 Milliarden Euro im Jahr 2003 gab es gegenüber 2001 eine Verdreifachung! Auch die ausstehenden Produkte haben sich deutlich erhöht: Im Vergleich zum Dezember 1999 gibt es rund zwölfmal so viele Produkte, genauer gesagt 10.556 unterschiedliche Zertifikate per Ende 2003!

Was sind nun die Trends auf dem Zertifikate-Markt und wie sieht die Zukunft aus? Der Trend geht verstärkt in Richtung von Produkten, die keine Laufzeitbegrenzung aufweisen. Damit ersparen sich Anleger Provisionen und profitieren außerdem davon, dass die Zertifikate flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mit Sicherheit wird es in den kommenden Jahren heute noch unbekannte Zertifikate geben. Schließlich ist der Phantasie der Emittenten keine Grenze gesetzt, unter Chance-Risiko-Aspekten immer effizientere Finanzvehikel zu kreieren, die keinen Anlegerwunsch mehr offen lassen.

Steffen Scheuble ist Zertifikate-Experte der Deutschen Bank (Global Equity Derivatives / Structured & Investment Products)

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