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„Phantom“ Mintal stoppt Hannover

Am Ende eines schlechten Spiels war alles gut. Der 1. FC Nürnberg hat dank des „Tor-Phantoms“ Marek Mintal, der seiner Mannschaft beim 1:1 gegen Hannover 96 die dritte Heimpleite ersparte, sein Halbzeitziel von zwanzig Punkten dicht vor Augen.

dpa NÜRNBERG. Am Ende eines schlechten Spiels war alles gut. Der 1. FC Nürnberg hat dank des "Tor-Phantoms" Marek Mintal, der seiner Mannschaft beim 1:1 gegen Hannover 96 die dritte Heimpleite ersparte, sein Halbzeitziel von zwanzig Punkten dicht vor Augen.

Die in neun Pflichtspielen nur einmal besiegten Niedersachsen wahrten die Chance, auf einem Uefa-Cup-Platz zu überwintern. Angesichts von Tabellenplatz fünf und einer vielversprechenden Zukunft steckte das erfolgsverwöhnte 96-Team das Remis leicht weg. "Wir müssen auch mal mit einem Punkt zufrieden sein", meinte Torwart Robert Enke, "mit 24 Punkten sind wir in einer sehr guten Position."

Als neun Minuten vor dem Schlusspfiff der bis dahin abgetauchte Mintal mit seinem elften Saisontreffer Hannovers Führung durch Daniel Stendel (56.), dem eine klare Abseitsstellung von Vorlagengeber Thomas Christiansen vorausging, ausglich, war Hannovers Höhenflug zu Ende und der erste Sieg im Frankenstadion seit 16 Jahren verpasst. "Ein Sieg wäre zu viel des Guten gewesen", gestand 96-Trainer Ewald Lienen in Anerkennung für die vorbildliche kämpferische Leistung des Gegners, dessen gefährliche Offensive das eigene Spiel nach vorne nach dem 1:0 gebremst habe. "Wir haben das Ergebnis nur noch verwaltet, nicht weiter dominiert und es versäumt, uns den Sieg zu verdienen", kritisierte der Coach.

Mit einer souveränen Leistung hatte Hannovers Abwehr um Jung-Nationalspieler Per Mertesacker, der in der 55. Minute allerdings einen kapitalen Fehler machte und Markus Schroth fast sein 50. Bundesligator ermöglichte, Nürnbergs "magisches Dreieck" mit Robert Vittek, Mintal und Schroth entzaubert. Umso mehr ärgerte sich Lienen über den Ausgleich, dem eine verunglückte Kopfballabwehr von Dariusz Zuraw und eine Unsicherheit des ansonsten guten Enke vorausging. "Gerade die, die in den letzten Monaten fehlerfrei gespielt haben, machen einen Patzer", sagte Lienen.

Der kleine Ausrutscher hinterließ keine negativen Spuren. "Wir greifen weiter an", kündigte Mertesacker an. Und Lienen tat fast schon drohend kund, dass seine Lust am Siegen noch längst nicht befriedigt sei: "Wir wollen immer gewinnen und alles tun, so viele Punkte wie möglich zu holen." Manager Ilja Kaenzig warnte angesichts des scheinbar grenzenlosen Selbstbewusstseins vor Übermut und forderte alle zum "Maßhalten" auf.

Wolfgang Wolf übte sich in Bescheidenheit und war mit dem Remis wie mit der Leistung seines Teams zufrieden. "Es ist nicht kopflos angerannt, sondern hat sich das 1:1 herausgearbeitet", sagte der "Club"-Trainer, der allenfalls etwas an der schlechten Chancenausbeute auszusetzen hatte. Der Dank aller "Cluberer" galt einmal mehr dem Torschützen vom Dienst. "Gott sei Dank hat Mintal getroffen", lobte Wolf den Torjäger, der sich trotz Knöchelverletzung "durchgeschleppt" habe.

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