Pharma-Industrie
Schering hat kein Interesse an Bayer Pharma

Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen hat bekräftigt, dass sein Unternehmen nicht das Pharma-Geschäft der Bayer AG kaufen will.

Reuters FRANKFURT. "Irgendein Interesse von unserer Seite an der Pharma-Sparte von Bayer können Sie ausschließen", sagte Erlen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Frankfurt. Wenn es keine Geschäftsvorteile gibt, so gibt es auch keine Gründe für einen Zukauf, begründete der Chef des Berliner Pharmakonzerns. Zudem bekräftigte der oberste Schering-Manager die Geschäftsziele des Unternehmens für 2003. An seinem Umsatzausblick für die Region USA bis 2005 hielt Erlen trotz der jüngsten dortigen Zulassungsrückschläge fest.

"Bei einem Zusammenschluss Bayer-Schering gibt es keine positiven Synergien", sagte Erlen. Die Tatsache, dass Bayer und Schering beides deutsche Unternehmen sind, sei kein ausreichender Grund für einen Kauf. "Bayer ist in den pharmazeutischen Massenmärkten tätig; wir konzentrieren uns auf einige Nischen, wo wir die Nummer eins oder zwei sind oder werden wollen." In dieser Konstellation "kann Schering Bayer genau so wenig helfen wie Bayer Schering weiterbringen würde", erklärte Erlen.

Bayer sucht einen Partner und Investor für sein Pharmageschäft, dessen Wert Analysten auf rund zehn Milliarden Euro schätzen. Als möglicher Interessent wird in Industriekreisen vor allem die britische GlaxoSmithKline Plc genannt. Aber auch andere Namen wie Schering, Abbott Laboratories oder Aventis sind in der Branche im Gespräch.

Das Schering selbst angesichts seiner Größe ein Ziel möglicher Akquisitionswünsche sein könnte, räumte Erlen ein. "Wir sind in einer Größenordnung, wo ein Kauf möglich ist", sagte Erlen. Fehlende Synergien seien indes dafür verantwortlich, warum die großen Spieler der Branche einen solchen Schritt nicht unternehmen würden. Bei Unternehmen ähnlicher Größe und Ausrichtung, die wie Schering selbst als Nischenspieler in gleichen Therapiegebieten tätig seien, würden dann kartellrechtliche Gründe dagegen sprechen. Scherings Produktschwerpunkte liegen in Pharmaspezialbereichen wie den Störungen des Zentralnervensystems, der Schwangerschaftsverhütung und der Hormonersatztherapie.

Weiterhin erwarte Schering für das kommende Jahr ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. "Wir erwarten ein sehr solides Jahr, mit einem darüber liegenden Ergebniszuwachs", sagte er. Mittelfristig bleibe Schering bei seinem Ziel, in dem wichtigen Pharmamarkt USA bis zum Jahr 2005 seinen Umsatz zu verdoppeln.

Die Wettbewerbsposition dort bei Kontrazeptiva sei gut, auch sei Schering sehr zufrieden mit der Entwicklung seines Multiple-Sklerose-Mittels Betaferon in dem Markt. Der Umsatzausblick gelte trotz der jüngsten Zulassungsrückschläge dort. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Schering im Oktober zunächst keine Zulassung für sein neues Hormonersatzpräparat Angeliq gegeben. Zuvor hatte die FDA bereits eine Zulassung für das Hormonpflaster Climara Pro verweigert. Umsätze mit anderen Präparaten wie dem Verhütungsmittel Yasmin oder dem Krebs-Präparat Leukine glichen den Ausfall aber aus, sagte Erlen.

Die Schering-Aktie lag am Freitag mit 2,4 Prozent im Minus bei 43,80 Euro. Der Dow-Jones-Health-Index für die europäischen Pharmawerte verzeichnete gleichzeitig Abschläge von 0,3 Prozent auf 330 Punkte.

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