Pharma- und Chemiekonzern
Altana will Profil schärfen

Mit dem Listing an der Wall Street startet der Pharmakonzern seine Offensive in den USA.

HB DÜSSELDORF. "AAA" - so lautet das künftige Tickersymbol für Altana an der New Yorker Börse. Das "Triple A" steht aber auch für die Topbewertung der Ratingagenturen. Das sei doch, findet Altana-Chef Nikolaus Schweickart, ein gutes Omen.

Mit dem Listing an der Wall Street am 22. Mai 2002 startet der Bad Homburger Pharma- und Chemiekonzern, der gerade sein 25-jähriges Bestehen feiert, seine Offensive in den USA. Für den größten und lukrativsten Pharmamarkt der Welt haben sich die Hessen ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Anteil des US-Geschäfts am Umsatz soll von derzeit 25 auf mittelfristig 40 Prozent ausgebaut werden. Damit soll die Altana-Erfolgsstory noch mehr Schwung bekommen.

Dynamisches Unternehmen

Schon heute zählt das Pharmaunternehmen mit 9 000 Mitarbeitern zu den dynamischsten der Branche. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern kletterte um 41 Prozent auf 463 Millionen Euro. Und auch für 2002 strebt Schweickart das siebte Rekordjahr in Folge an. Die Börse honoriert die Zahlen mit einem unaufhaltsamen Kursanstieg: Allein 2001 stieg die Altana-Aktie in schwachem Börsenumfeld um rund 20 Prozent. Mehrheitsaktionärin (50,1 Prozent) Susanne Klatten, Tochter des Großindustriellen Herbert Quandt und BMW-Anteilseignerin, schaffte es damit - hinter den Gebrüdern Albrecht - auf Platz drei der Liste der 100 reichsten Deutschen.

Die Grundlage für den Erfolg liefert der Verkaufsrenner Pantoprazol, ein Magen-Darm-Medikament, mit einem Umsatzvolumen von 1,33 Milliarden Euro. Seit Mai 2000 ist das Präparat auf dem US-Markt und hat dort bereits einen Marktanteil von 13 Prozent. Einziger Wermutstropfen: Die Gewinne muss sich Altana mit seinem US-Vertriebspartner Wyeth teilen.

In USA unbekannt

Deshalb ist Altana in den USA auch unbekannt. "Wir werden dort als aktiver Spieler nicht wahrgenommen", bedauert Schweickart. Der US-Börsengang und eine Imagekampagne sollen den Bekanntheitsgrad jenseits des Atlantiks erhöhen. Der Einfachheit halber werden die beiden Töchter Byk Gulden (69 Prozent des Umsatzes) und BYK-Chemie (31 Prozent) in Altana Pharma und Altana Chemie umbenannt; Altana wird zur globalen Marke aufgebaut.

Parallel dazu sollen in Amerika eine eigene Vertriebsmannschaft und eine eigene Forschungsbasis aufgebaut werden. Bis 2005/06 soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 1 100 verdoppelt werden. "Wir wollen damit unser Profil bei Ärzten, Zulassungsbehörden und Forschungseinrichtungen schärfen", erklärt der Altana-Chef. Ein Kraftakt, der dreistellige Millionenbeträge kosten wird.

Potenzielle Blockbuster

Doch die Investitionen lohnen sich, denn in der Pipeline sind zwei potenzielle Blockbuster, die voraussichtlich 2003 in Europa und 2004 in den USA auf den Markt kommen werden: Das Asthmamittel Ciclesonide und das Medikament Roflumilast gegen chronische Bronchitis haben zusammen ein geschätztes Umsatzpotenzial von 1,8 Milliarden Euro. Die beiden Atemwegspräparate, rechnet Analyst Andreas Theisen von WestLB Panmure, "werden mittelfristig der Wachstumsmotor des Konzerns sein". Andes als bei Pantoprazol ist Altana in den USA für Ciclesonide und Roflumilast mit Aventis und Pharmacia nur Co-Marketing-Partnerschaften eingegangen. Ein Großteil der Gewinne bleibt so bei den Deutschen.

Ein weiteres US-Projekt ist der Aufbau eines Genomforschungszentrums in Boston zusammen mit dem Biotech-Partner GPC. Altana will dort bis 2007 rund 130 Millionen Euro investieren. Auch da hilft die Notierung in New York: Altana kann erstklassige Mitarbeiter mit Aktienoptionen ködern. Und noch ein Ziel verfolgt Schweickart mit dem Börsengang: "Wir wollen die Aktie", so der 58-Jährige, "auch als Akquisitionswährung im Bereich Biotechnologie einsetzen."

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