Pharma-und Chemiekonzern weist Vorwürfe im
Lipobay bringt Bayer wieder unter Druck

Der Pharma-und Chemiekonzern Bayer hat Vorwürfe zurückgewiesen, schon lange vor dem Rückruf des Cholesterinsenkers Lipobay von möglichen Gefahren im Zusammenhang mit dem Medikament gewusst zu haben.

Reuters LEVERKUSEN. Die aktuelle Unsicherheit der Investoren über die drohenden Kosten für Bayer durch die anhängigen Lipobay-Klagen setzte die Bayer-Aktie am Mittwoch aber erneut unter Druck. Das Papier verlor zeitweise mehr als zwölf Prozent und war wieder mit Abstand größter Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax). Seit Wochenbeginn hat die Aktie damit 30 Prozent an Wert verloren.

Bayer-Vorstandschef Werner Wenning sieht den Ausgang der Lipobay-Prozesse nach eigener Aussage als offen an. "Es ist unmöglich, den Ausgang von Verfahren vor allem in den USA vorherzusagen", sagte Wenning am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Frage nach Rückstellungen in der Bilanz werde angemessen in Zukunft angegangen. In der Vergangenheit hatte der Konzern allerdings wiederholt betont, keine Notwendigkeit für Rückstellungen im Zusammenhang mit Lipobay zu sehen, da das Unternehmen ausreichend versichert sei.

Wenning bekräftigte, Bayer habe die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA immer über alle relevanten Sicherheitshinweise im Zusammenhang mit Lipobay informiert. Die von Anwälten der Kläger jüngst veröffentlichten Dokumente seien aus dem Zusammenhang gerissen. Bereits am Dienstag hatte ein Bayer-Anwalt zu dem ersten Schadenersatzprozess, der Mitte vergangener Woche in Texas begonnen hat, Stellung genommen. Er betonte, Bayer habe bei der Entwicklung und Vermarktung stets verantwortungsvoll gehandelt.

In einem Zeitungsbericht hatte es am Wochenende unter Berufung auf Dokumente aus dem ersten Verfahren geheißen, Bayer habe bereits 1997 von möglichen Problemen durch die Einnahme höherer Dosen des Medikaments gewusst. Der Leverkusener Konzern hatte Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können.

Wenning sagte in Frankfurt zugleich, das Management arbeite weiter mit Hochdruck an einer Lösung für die Pharma-Sparte. Das Unternehmen sucht seit längerem einen Partner für diesen angeschlagenen Geschäftsbereich.

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