Pharma- und Chemiekonzerne starten neue Programme
Börsenflaute als Chance zum Aktienrückkauf

Immer mehr Pharma- und Chemiekonzerne kaufen mit Blick auf die Kursverluste an den Börsen günstig eigene Aktien zurück. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits die Pharmafirmen Novartis (Schweiz) sowie Merck & Co. und Pfizer (USA) gigantische Programme angekündigt haben, wollen nun auch der Ludwigshafener Chemieriese BASF sowie die Berliner Schering AG eigene Aktien zurückkaufen.

HB FRANKFURT/M. Wie BASF mitteilte, wird der Aktienrückkauf einen Wert bis zu 500 Mill. Euro haben. Auf gegenwärtigen Kursniveau entspricht das bis zu 2,4 % der Marktkapitalisierung. Schering plant, innerhalb der nächsten drei Monate Papiere im Wert von 250 Mill. Euro zurückzukaufen. Novartis will eigene Aktien im Wert von bis zu 4 Mrd. sfr erwerben, umgerechnet sind das annähernd 2,4 Mrd. Euro. Die US-Konzerne Merck & Co sowie Pfizer kündigte jeweils sogar an, Papiere im Wert von bis zu 10 Mrd. $ über die Börse zurückzuholen.

Die BASF-Aktie hat in den vergangenen Wochen beinahe ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Durch den Rückkauf eigener Aktien verringert sich zwar die Gewichtung in den Indizes, die sich nicht mehr wie früher an der gesamten Anzahl der Aktien orientiert, sondern an der im Streubesitz befindlichen Papieren. Auf der anderen Seite verbessert sich das Ergebnis je Aktie.

"Nach dem Verkauf der Pharmasparte, die BASF 6 Mrd. Euro in die Kasse gespült hat, ist der Schritt aber auch sinnvoll, um die Kapitalstruktur zu verbessern", sagt Commerzbank-Analyst Michael Vara. Durch den Rückkauf kann BASF seine hohe Eigenkapitalquote von derzeit 48 % reduzieren.

An der Börse kommt ein Aktienrückkauf meist gut an. Wie die Schering-Papiere notierten die BASF-Aktien nach der Ankündigung im Plus. Der positive Effekt auf den Aktienmarkt ist ein weiterer Grund, der Unternehmen zu Rückkaufprogrammen treibt. Der Vorstand des Arzneimittelherstellers Stada kündigte an, bis zu 10 % seines Grundkapitals wieder an Bord zu holen, um das Vertrauen in das eigene Wachstum unterstreichen.

Der Bioanalystik-Spezialist Eurofins Scientific S.A., dessen Aktien zuletzt fast im Gleichschritt mit dem Neuen Markt talwärts marschiert sind, kauft ebenfalls bis zu einem Zehntel der Anteile zurück. Finanzvorstand Matthias-Wilbur Weber begründete den Beschluss damit, dass das Unternehmen unterbewertet sei. Auch wenn derzeit keine größeren Firmenzukäufe auf der Agenda stünden, sehe er die Aktien lieber als Akquisitionswährung in Reserve im Unternehmen als auf einem Aktienmarkt, der unter einer Vertrauenskrise leide.

Quelle: Handelsblatt

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