Pharmabranche bleibt interessiert an Biotech-Neuentwicklungen
Johnson & Johnson schließt Allianz mit Millennium

Der Appetit der Pharmabranche auf Neuentwicklungen aus dem Biotechsektor bleibt groß. Das unterstreicht der jüngste Deal zwischen dem US-Konzern Johnson & Johnson und der amerikanischen Biotechfirma Millennium Pharmaceuticals. Bis zu 750 Mill. $ will J&J in die europäischen Rechte an dem Krebsmittel Velcade investieren.

shf FRANKFURT/M. Mit dem US-Konzern Johnson & Johnson hat jetzt ein weiterer Pharmariese umfangreiche Mittel für die Vertriebsrechte an einem innovativen Biotechprodukt bereitgestellt. J&J will das von der US-Biotechfirma Millennium entwickelte Krebsmittel Velcade in Europa vertreiben. Mit einem Gesamtumfang von bis zu 750 Mill. $ gehört die Allianz zu den bisher größten Lizenz-Verträgen in der Biotech-Branche. Auf ähnliche Weise hatten in den vergangenen Monaten unter anderem auch Pfizer und die Schweizer Roche-Gruppe iohre Produkt-Pipelines aufgebessert.

Wie bei solchen Deals üblich, geht es bei den genannten Summen allerdings um sogenannte "Biotech-Dollars", das heißt um Gelder, die erst bei Erreichen bestimmter Ziele fällig werden. Dazu gehören insbesondere Zulassungen für Velcade in Europa sowie für weitere Einsatzgebiete. Gut 200 Mill. $ will J&J zu den weiteren klinischen Testprogrammen für Velcade beisteuern. Die amerikanischen Vertriebsrechte liegen weiterhin voll bei Millennium.

Die Börse hatte offenbar auf noch bessere Konditionen für Millennium spekuliert und reagierte eher enttäuscht. Der Kurs von Millennium gab jedenfalls in Reaktion auf den Deal zunächst um mehr als 10 % nach.

Velcade hat vor wenigen Monaten die Zulassung in den USA für die Behandlung bestimmter Leukämien erhalten. Es ist das erste Mittel aus einer neuen Substanzklasse (Proteasome-Inhibitoren), deren Wirkung darauf beruht, dass sie den natürlichen Zelltod bei Krebszellen reaktivieren. Dieser Mechanismus ist bei vielen Tumorarten gestört, wodurch das Krebswachstum begünstigt wird.

Millennium hofft daher, dass Velcade bei eine Vielzahl von Krebsarten eingesetzt werden kann, was allerdings noch geprüft werden muss. Im Erfolgsfall könnte der Spitzenumsatz nach Ansicht mancher Analysten aber mehr als 1 Mrd. $ erreichen. Die Zuversicht für derartige neue Ansätze in der Krebstherapie ist nach einer Serie von positiven Forschungsresultaten in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen.

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