Pharmaproduzent will bis zu vier weitere Projekte in Forschungspipeline integrieren
Schwarz Pharma überrascht mit Halbjahresbilanz den Markt

vwd MONHEIM. Die Schwarz Pharma AG, Monheim, hat mit ihrer Halbjahresbilanz die Erwartungen von Branchenbeobachtern übertroffen. Der Umsatz zeigte sich entgegen den Prognosen nicht rückläufig, sondern stieg um 2,9 % auf 715 Mill. DM. Das Konzernergebnis lag bei 38,9 (127,5) Mill. DM, wobei im Vorjahreswert der außerordentliche Gewinn aus dem Verkauf des Generika-Geschäfts enthalten ist. Der mittelständische Pharmahersteller hob zudem am Donnerstag seine Umsatzschätzung für das Gesamtjahr an und rechnet jetzt mit Erlösen auf dem Vorjahresniveau von 1,38 Mrd. DM. Bisher war der Konzern von einem fünf- bis siebenprozentigen Minus ausgegangen.

Der Jahresüberschuss 2000 werde das Ergebnis von 1999 (16,1 Mill. DM) übertreffen, hieß es. Die Börse honorierte die Zahlen des im Umbau zum forschungsintensiven Pharmaspezialisten steckenden Unternehmens, der Kurs kletterte am Vormittag um rund neun Prozent. Die WGZ-Bank stufte die Titel auf "Marketperformer" ("Underperformer") hoch, ebenso kündigte Peter Spengler von der DG Bank eine Änderung auf "Akkumulieren" von "Reduzieren" an. "Das war die Nachricht, auf die die Märkte gewartet haben", kommentierte der DG-Bank-Analyst. Andreas Theisen von der WGZ-Bank hob die sehr gute Entwicklung von Schwarz Pharma in Spanien, Polen und Italien hervor.

Das Produkt-Portfolio habe sich als erfolgreicher erwiesen als angenommen, erklärten die Beobachter von Merrill Lynch. Allerdings seien die unternehmenseigenen Prognosen möglicherweise auch zu konservativ angesetzt worden. Schwarz Pharma bekräftigte, im laufenden Jahr die Forschungsausgaben um gut ein Drittel auf über 200 Mill. DM zu steigern. Der größte Teil davon - rund 130 Mill. DM - werde im zweiten Halbjahr anfallen, erläuterte eine Sprecherin. Dadurch rechne sie im dritten Quartal mit einem negativen Ergebnis. Das Konzernergebnis im Gesamtjahr werde damit vorraussichtlich etwas unterhalb der 38,9 Mill. DM zum Halbjahr liegen.

Bis Jahresende will der Pharmaproduzent noch drei oder vier weitere Projekte in seine Forschungspipeline integrieren und die Zahl der Entwicklungen auf zwölf erhöhen. Als erstes Produkt aus der Pipeline soll Ende 2001 das Stoffwechselpräparat Nutropin auf den Markt kommen. Doch erst in drei oder vier Jahren rechnet das Unternehmen mit deutlichen Umsatz- und Ergebniszuwächsen aus den Forschungsprojekten. Bis dahin will Schwarz Pharma vor allem mit einlizensierten Medikamenten etwas für Umsatz und Erträge tun.

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