Pharmatitel gaben ab
Europäische Börsen: Zum dritten Mal in Folge Verluste

Europas Börsen haben am Freitag zum dritten Mal in Folge mit Verlusten geschlossen. Dank besser als erwarteter US-Daten zu Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung und Lagerbeständen konnten sich die Märkte allerdings von ihren Tagestiefs lösen.

rtr. Händler erklärten, kurz vor Weihnachten und dem Jahresende prägten geringe Volumen und lustloser Handel das Geschehen. Der DJ Stoxx50-Index verlor rund 0,9 % auf 3506 Punkte. Weiter unter Druck standen Technologie- und Telekomwerte, die von einer Reihe schwacher Zwischenberichte amerikanischer Technologiefirmen vom Vortag belastet wurden. Versicherer litten unter Befürchtungen, das Aktien-Engagement der Gesellschaften könnte auf die Ergebnisse durchschlagen. Die Investmentbank Lehman Brothers bekräftigte ihre vorsichtige Haltung gegenüber Versicherern. Ebenfalls unter Abgaben litten Pharmatitel. Händler erklärten, die Gewinnwarnung des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb von Vortag habe den Sektor belastet. Für etwas Aufhellung sorgte dagegen die Credit Agricole; bei ihrem Börsendebüt in Paris zogen die Aktien 5,6 % an.

London:

Der FTSE-100-Index notierte zum Handelsschluss 0,27 % tiefer bei 5 061 Punkten. Auf dem Markt lasteten die schwer gewichteten Pharma- und Ölwerte sowie die Aktien der Softwarefirma Logica. Händler verwiesen auf die Gewinnwarnungen amerikanischer Technologiefirmen. Logica brachen um 6,4 % ein und Sage gaben 1,8 % nach. ARM Holdings konnten frühe Verluste fast wieder aufholen und schlossen noch 1,5 % tiefer. Der Computerchip-Designer konnte einen Patentstreit in den USA beilegen. Vodafone schlossen knapp im Minus; Händler erklärten, die Anhebung des Kursziels durch Merrill Lynch habe den Wert gestützt. Zu den Verlierern zählten auch BP wegen Sorgen über die Ölpreisentwicklung sowie die Titel von Pharmagigant GlaxoSmithKline. Für etwas Aufhellung sorgten einige Bankwerte.

Paris:

Die Pariser Börse schloss zum sechsten Mal infolge schwächer. Der CAC-40-Index sank 1,6 % auf 4340 Zähler. Die erstmals gehandelten Aktien von Credit Agricole, neben Orange der größte Börsengang an der französischen Börse in diesem Jahr, stiegen 5,6 % auf 17,53 Euro. Alcatel verloren nach der Gewinnwarnung der US-Gesellschaft Lucent 3,7 %, während Softwarefirma Dassault im Sog der schwachen Ergebnisse von Oracle und Adobe nachgaben. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns LVMH bauten die Vortagesverluste um 4,4 % aus.

Zürich:

Die Schweizer Aktien schlossen von negativen Vorgaben aus dem Ausland belastet auf breiter Front schwächer. Händler sprachen dabei von einer ruhigen und ereignislosen Sitzung. Der SMI schloss 1,13 % tiefer auf 6 184,3 Punkten. Vor einer Woche noch notierte er bei 6 443,10. Händler sagten, die Gewinnwarnungen der US-Unternehmen oder die Spekulationen um bevorstehende Gewinnwarnungen bei den Luxusgüterkonzernen Gucci oder Bulgari hätten die Stimmung über den jeweiligen Sektor hinaus verdorben. Auch der nachgebende $ habe auf die Notierungen der großen Unternehmen gelastet. So habe Bristol den Pharmawerten Roche und Novartis zugesetzt, die trotz guter Nachrichten nicht hätten standhalten können und 2,4 beziehungsweise 1,6 % verloren. Novartis hatte über die Zulassung zweier Medikamente in den USA informiert. Nach den zwar dementierten Gerüchten um eine Gewinnwarnung bei Bulgari drückten nun die Entlassungen bei Gucci in den USA auf die Stimmung. Richemont und Swatch sanken im Einklang mit den Aktien der Konkurrenten Bulgari, LVMH und Gucci.

Amsterdam:

Der AEX-Index verlor 0,45 % auf rund 475 Punkte. In dem schwächeren Markt war Fortis mit einem Gewinn von mehr als drei Prozent ein Lichtblick. Der Finanzdienstleister, der bisher eine belgische und eine niederländische Aktie ausstehen hat, gibt sich eine Einheitsaktie. ING schlossen wenig verändert.

Madrid:

Die Madrider Börse schloss etwas schwächer. Der Ibex-35-Index schwächte sich um 0,5 % auf 8282 Zähler ab. Die Aktien der Modekette Inditex schlossen gegen den Trend fester. Die Finanzkrise in Argentinien lastete auf den grossen Standardwerten wie Telefonica , Banco Santander Central Hispano oder BBVA - Banco Bilbao Vizcaya.

Mailand:

In Mailand verlor der Mib-30-Index 0,54 % auf 30 995 Punkte. Händler verwiesen auf schwache US-Vorgaben, die den Markt belasteten. Fiat verloren trotz einer Erhöhung der Gewinnprognose für 2002 rund ein Prozent. Unter Druck standen auch Olivetti, die rund 0,7 % einbüßten.

Stockholm:

In Stockholm notierte der OMX-Index mit 819,87 Zählern um 1,42 % im Minus. Im Mittelpunkt standen laut Händlerangaben die Electrolux-Aktien, die 2,23 % nachgaben, obwohl das Unternehmen weitere Kostenreduktionen ankündigt hatte. Unter Druck standen auch die Telekomausrüster, die unter Gerüchten um Gewinnwarnungen litten. Während Nokia rund 0,4 % verloren, gaben Ericsson 0,86 % nach.

Wien:

Der österreichische ATX-Index verlor 0,5 % auf 1131 Punkte. Die Genehmigung der Allianz zwischen Austrian Airlines und Lufthansa durch die EU-Wettbewerbsbehörde versorgte zumindest die AUA mit genügend Treibstoff für einen Kursanstieg von zunächst mehr als drei Prozent, gaben aber gegen Handelsschluss wieder etwas nach und schlossen noch 1,7 % fester. Deutliche Kursgewinne verzeichneten dagegen EVN. Nachrichten lagen allerdings nicht vor.

Brüssel:

Der Bel-20-Index notierte zum Handelsschluss um 0,19 % leichter bei 2580,83 Punkten. Bei einem insgesamt schwachen Markt sorgten Fortis für etwas Aufhellung, die im Vorfeld der Aufnahme in die Stoxx-Index fast fünf Prozent fester tendierten. Freitag ist der letzte Tag, an dem die Fortis B- und die Fortis NL-Aktie separat gehandelt werden.

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