Phenomedia und Ceyoniq trüben gute Stimmung
Tech-Werte beflügeln den Neuen Markt

Deutliche Zuwächse und trotzdem wenig Freude lautete die Bilanz des gestrigen Handels. Zwar waren Tech-Aktien wegen guter US-Nachrichten gefragt, dafür gab es Hiobsbotschaften aus den eigenen Reihen. Der Nemax gewann 3,5 Prozent auf 974 Punkte, der Nemax 50 legte um 4,4 Prozent auf 950 Punkte zu.

FRANKFURT/M. Es waren gute Nachrichten der international renommierten Tech-Unternehmen sowie die rasante Eröffnung der Nasdaq, die den Neuen Markt nach etlichen verlustreichen Tagen wieder einmal beflügeln konnten. Was hingegen aus den eigenen Reihen zu vernehmen war, trug höchstens dazu bei, die Anleger noch weiter zu verunsichern. Doch zuerst das Positive: Dass Tech-Werte wieder gefragt waren, lag größtenteils daran, dass Texas Instruments die Prognosen anhob, und Philips einen optimistischen Ausblick präsentierte.

Das Skandal-Image hingegen, das der Wachstumsbörse nach einigen prominenten Fällen sowieso anhaftet, wurde durch Meldungen von Phenomedia und Ceyoniq noch verstärkt. Bei Phenomedia vermutet der Aufsichtsrat Fehler in der Bilanz und setzte daraufhin kurzerhand Vorstandschef Markus Scheer sowie Finanzvorstand Björn Denhard ab. Dazu ermittelt das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) wegen auffälliger Kursbewegungen. Die Aktie des "Moorhuhn-Entwicklers", die Mitte Februar noch 13 Euro wert war, verlor um über 60 % auf 0,90 Euro.

Noch verheerender waren gestern die Nachrichten von der seit Freitag insolventen Ceyoniq AG. Dort sitzen beide Vorstände wegen Forderungsbetrugs in Untersuchungshaft. Thomas Wenzke soll bereits gestanden haben, Jürgen Brintrup hingegen bestreitet die Vorwürfe. Die Ceyoniq-Aktie setzte jedenfalls ihre Talfahrt ungebremst fort und gab noch einmal 20 % auf jetzt nur noch 0,16 Euro nach.

Beim Thema Talfahrt reiht sich inzwischen auch die bis zu Jahresbeginn unbescholtene IPC Archtec ein. Unregelmäßigkeiten bei der defizitären Tochter Bemi brachten den PC-Vertreiber in Verruf. Nun verließ Kommunikationsvorstand Andreas Empl das Unternehmen, worauf die Aktie noch einmal 27,5 % auf 5,90 Euro verlor. Im Januar kostete sie über 36 Euro. Der jetzige Kursabsturz liegt laut Händlern nicht am Bedauern der Anleger über Empls Ausscheiden, sondern an der Vorgeschichte des 29-Jährigen. Der war vor seiner Zeit bei IPC für die Kommunikation bei CPU Software zuständig. Unter seiner Ägide wurde dort eine Umsatzwarnung zu spät gemeldet, weswegen CPU zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Händler vermuten nun weitere Negativnachrichten von IPC.

Etwas Positives fand sich ab dem Nachmittag doch noch in all der Tristesse. Die Münchener Arbo Media meldete die Übernahme von 60 % am spanischen Werbevermarkter RMB Di-Versus, worauf die vorher regungslose Aktie um 18,8 % auf 2,85 Euro sprang. Keinen Einfluss hatte hingegen die Meldung von Grenke Leasing, im laufenden Jahr erstmals eine Dividende zahlen zu wollen.

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