Phil Condit stellt vor
Teltschik kümmert sich um Boeing-Deutschland

Der weltgrößte Flugzeugkonzern Boeing lässt seine Interessen in Deutschland künftig vom ehemaligen Kanzlerberater Horst Teltschik vertreten. Der frühere BMW-Manager wurde am Dienstag in Berlin von Boeing-Chef Phil Condit als Leiter des neuen Deutschland-Büros des US-Konzerns vorgestellt.

HB/dpa BERLIN. Mit Teltschiks Hilfe will sich Boeing besser gegen die europäische Airbus-Konkurrenz zur Wehr setzen. Mit weltweit 280 Maschinen werden die Amerikaner in diesem Jahr vermutlich erstmals weniger Flugzeuge ausliefern als Airbus. Teltschik soll sich aber auch um Partnerschaften in anderen Geschäftsfeldern kümmern.

Der 62-jährige Teltschik war von 1982 bis 1990 Sicherheitsberater des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU). Anschließend wechselte er in die Privatwirtschaft. Im BMW-Vorstand war er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Juni 2000 für die Beziehungen zur Politik zuständig. In jüngster Zeit trat Teltschik vor allem als Organisator der Münchner Sicherheitskonferenz in Erscheinung. Als "Deutschland-Präsident" von Boeing wird er ein Büro in Berlin haben.

In Folge der Luftfahrtkrise hatte der US-Konzern in den vergangenen Monaten bereits schon in zehn anderen Ländern und Regionen eigene Repräsententanten ernannt. Auf diese Weise will Boeing in den lokalen Märkten besser präsent sein. Boeing-Chef Phil Condit bezeichnete Deutschland als weltweit viertwichtigsten Markt. Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird bundesweit mit einem Bedarf an 1400 neuen Flugzeugen im Gesamtwert von 86 Milliarden Euro gerechnet.

Offen ließ der Boeing-Chef, wann sein Konzern mit einem Ende der Luftfahrtkrise rechnet. Condit verwies darauf, dass in Asien und Europa für die Branche bereits Zeichen einer Erholung zu erkennen seien. In den USA liege der Markt dagegen immer noch unter dem Stand des Jahres 2000. In den kommenden Jahren setzt Boeing aber auf eine bessere Konjunktur. "Ich glaube aber, dass wir langfristig auf dem Markt sehr erfolgreich sein werden", sagte Condit. Am Montag war der Boeing-Chef auch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) empfangen worden.

Derzeit beschäftigt Boeing in Deutschland über eine Tochtergesellschaft rund 400 Mitarbeiter. Condit auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Aussicht, nannte aber keine konkerten Zahlen. Neben dem Lobbying soll sich Teltschik auch um die Beziehungen zu deutschen Partnerfirmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen kümmern. Zusammen mit Siemens hatte Boeing im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Ausrüstung aller US-Zivilflughäfen mit Sprengstoffdetektoren bekommen. Der Auftrag hat ein Volumen von 1,26 Milliarden Euro.

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