Philippinen und Autowerte im Fokus
Europäische Börsen schließen schwach

Die europäischen Standardwerte haben am Dienstag deutlich schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index büßte 2 Prozent auf 2 127 Punkte ein. Die ohnehin angespannte Lage angesichts der Angst vor einem Irak-Krieg sei durch die Meldung einer Bombenexplosion auf einem Flughafen der südphilippinischen Insel Mindanao noch zusätzlich verschärft worden. "Der Markt ist sehr nervös und solche Nachrichten verdaut er derzeit sehr schlecht", sagte ein Börsianer.

Reuters. Angeführt wurde die Abwärtstendenz indes von Autowerten wie BMW und Renault, die unter rückläufigen Absatzzahlen in den USA litten.

Bei den Einzelwerten stachen die Titel des niederländischen Einzelhändlers Ahold hervor, die knapp 10 Prozent nachgaben. Zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass das US-Justizministerium im Rahmen seiner Untersuchungen über Unregelmässigkeiten in der Bilanz die Herausgabe unternehmens-interner Dokumente verfügt habe. Gemieden wurden auch die Aktien des Versicherers Aegon, die belastet von Befürchtungen über eine mögliche Dividendenkürzung 6,5 Prozent verloren. Aegon und auch ING litten daneben unter Sorgen über ihre Engagements bei Ahold.

London: Die Londoner Börse schloss belastet von Banken und Telekomwerten sowie GlaxoSmithKline im Minus. Der FTSE 100-Index verlor 1,6 Prozent auf 3 625,3 Zähler. Glaxo büßten 3,2 Prozent ein. Börsianer verwiesen auf eine vorläufige gerichtliche Niederlage in einem Patentstreit um sein Antidepressivum Paxil in den USA. Die Aktie von Barclays ermäßigte sich um 2,6 Prozent, Lloyds verloren fast 4 Prozent. British Telecom fielen um 4,1 Prozent, während Vodafone 2 Prozent einbüßten. Für Aufhellung sorgten dagegen Britannic, die beflügelt von der Mitteilung, dass der Versicherer keine zusätzlichen Mittel auf den Kapitalmärkten aufnehmen wolle, 16 Prozent in die Höhe schnellten. Gesucht waren nach guten Zahlen auch die Titel des Vermögensverwalters Schroders.

Zürich: Die Schweizer Aktien sackten auf breiter Front ab. Die Versicherer reagierten wie üblich überdurchschnittlich stark auf den schwachen Trend an den europäischen Börsen und zogen den Schweizer Markt in die Tiefe. Der Blue Chip-Index SMI schloss 3,4 Prozent tiefer auf 4 046,0 Punkten und verzeichnete damit den tiefsten Schlussstand seit sechs Jahren. Händler sagten, sie rechneten damit, dass der Markt auf 3 800/900 sinken dürfte. Swiss Re gaben 5,9 Prozent nach. Swiss Re könnte halt doch noch gezwungen sein, Kapitalmaßnahmen zu ergreifen, erklärte ein Händler. "Je länger die Krise dauert, desto geringer wird die Risikofähigkeit der Versicherungen aber auch die von anderen institutionellen Marktteilnehmern. Zudem sei das Ausmass der Dividendenkürzung von Swiss Re noch nicht bekannt. Zurich büssten 5,2 Prozent ein, Swiss Life fast 8 Prozent.

Paris: Der CAC 40-Index der Pariser Börse schwächte sich um 3,1 Prozent auf 2 676,3 Punkte ab. Dies war der tiefste Schlussstand seit Anfang Oktober 2002. Unter Druck standen Renault und AGF, die je 7 Prozent nachgaben. Gemieden wurden auch France Telekom, die im Vorfeld der Bekanntgabe der Zahlen 5 Prozent einbüßten. Die Titel des Luftfahrtkonzerns EADS fielen 4,4 Prozent. Händler verwiesen dabei auf das Ausbleiben der Zahlung für 23 Airbus-Flugzeuge durch US Airways, die am vierten März vorgesehen war. Als einziger Lichtblick erwiesen sich die Titel des Versorgers Vivendi Environnement, die 0,7 Prozent vorrückten. Die vorgelegten Geschäftszahlen hätten keine negativen Überraschungen beinhaltet, hieß es.

Benelux: Die Benelux-Börsen schlossen ebenfalls deutlich in der Verlustzone. Während der Amsterdamer AEX-Index gar 3,9 Prozent auf 257,1 Zähler einbüßte, gab der Bel20-Index in Brüssel 2,1 Prozent auf 1 631,0 Punkte nach. Die Abwärtstendenz sei, abgesehen von Ahold, vom Technologiesektor sowie von Banken- und Versicherungswerten ausgegangen. Philips ermäßigten sich um 5,4 Prozent. Fortis fielen in Amsterdam 5 Prozent und in Brüssel 5,7 Prozent.

Mailand: An der Börse Mailand verlor der Mib30-Index 1,4 Prozent auf 22 925 Zähler. Als Belastung erwiesen sich die Titel der Agnelli-Familien-Holding Ifil, die in Zusammenhang mit einer Umtauschaktion deutlich nachgaben. Gemieden wurden auch die Titel des von der Agnelli-Familie kontrollierten Automobilkonzerns Fiat, die 5,2 Prozent fielen. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch das Kreditrating von Fiat auf "junk" heruntergestuft.

Madrid: In Madrid verlor der Ibex35-Index 2,1 Prozent auf 5 861,8 Punkte. Unter Druck standen die Titel der Großbanken Banca Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano, die je 3,2 Prozent verloren. Gemieden wurden auch Telefonica, die 2,1 Prozent einbüßten

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Skandinavien: Die nordischen Börsen schlossen im Trend schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index gab 1,5 Prozent auf 205 Punkte nach. Unter Druck standen Technologie- und Telekomwerte. Ericsson verloren 4,5 Prozent. Nokia büssten gegen drei Prozent ein. TeliaSonera schlossen 3,6 Prozent schwächer.

Wien: Der Wiener ATX-Index ermässigte sich um 0,6 Prozent auf 1 160,1 Zähler. Die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank fielen 0,8 Prozent. Telekom Austria gaben 1,8 Prozent nach.

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