Philippinische Armee setzt Offensive gegen Abu Sayyaf fort
Zivilisten bei Militärschlag auf Jolo getötet

Reuters JOLO. Bei der Militäroffensive gegen die moslemischen Geiselnehmer auf der Philippineninsel Jolo sind nach Regierungsangaben aus Manila vier Zivilisten getötet worden. Der philippinische Verteidigungsminister Orlando Mercado am Montag, die Luftangriffe gegen die Geiselnehmer der Separatistenorganisation Abu Sayyaf würden fortgesetzt. Nähere Angaben zu den Todesopfern machte er nicht. In der Gewalt der Abu Sayyaf sind neben 13 Philippinern auch zwei französische Fernsehjournalisten, drei Malaysier und ein US-Amerikaner. Die philippinische Regierung hatte zuvor erklärt, alle Geiseln seien am Leben. Bewohner von Jolo vermuten, dass die Entführer ihre Geiseln in Höhlen versteckt halten.

Die philippinische Armee hatte am Samstag überraschend eine Offensive gegen die Rebellen auf Jolo gestartet. Am Sonntag hatte Kommandeur General Angelo Reyes gesagt, die Rebellen seien nach der Offensive auf der Flucht. Alle Geiseln seien aber am Leben, und es gehe ihnen gut. Bei dem Militärschlag seien sechs Rebellen getötet und 20 gefangen genommen worden. Auch vier Soldaten seien verletzt worden. Die französische Regierung hatte das militärische Vorgehen scharf verurteilt.

Ein philippinischer Regierungsvertreter sagte am Montag, es gebe weiter keine Spur von den Entführern und den Verschleppten. Der Gouvernuer auf Jolo, Abdusakar Tan, sagte, die Geiselnehmer benutzten die Entführten möglicherweise als menschliche Schutzschilde. Französische Regierungsvertreter sagten, zum Schicksal der beiden verschleppten Journalisten Jean-Jacques Le Garrec und Roland Madura gebe es keine Informationen. Der Fernsehsender France-2, für den die beiden Männer arbeiten, teilte indes mit, die Journalisten und die übrigen Geiseln seien zu einem Berg im Zentrum von Jolo verschleppt worden. Dort seien die Geiseln wahrscheinlich sicher vor den Militärangriffen.

Bewohner Jolos berichteten, die Küstengebiete der Insel seien Montagfrüh vom Meer aus unter Beschuss genommen worden. Damit sollten die Rebellen offenbar an der Flucht von Jolo gehindert werden. Im Inneren der Insel würden die Angriffe mit Mörsergranaten fortgesetzt. Ein Augenzeuge berichtete, etwa 30 Häuser seien zerstört und zahlreiche Inselbewohner - darunter auch Kinder - getötet worden.

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