Philippinische Armee startet gewaltsamen Befreiungsversuch
Tote und Verletzte bei Feuergefechten mit Geiselnehmern

Bei Gefechten zwischen philippinischen Regierungssoldaten und den Geiselnehmern auf der Insel Basilan sind am Freitag nach Armeeangaben mindestens zwei Soldaten getötet und 14 weitere Personen verletzt worden.

ap MANILA. Die Entführer, Mitglieder der extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf, halten weiter mindestens 20 aus einer Ferienanlage verschleppte Personen in ihrer Gewalt. Ein Sprecher der Gruppe wiederholte in einem Telefonat mit einem örtlichen Rundfunksender die Drohung, alle Geiseln umzubringen.

Soldaten fanden Armeeangaben zufolge beim Vorrücken mehrere tote Rebellen. Militärsprecher Edilberto Adan sagte, die Moslemextremisten befänden sich einige Kilometer vom Strand entfernt in einem Tal mit sehr dichtem Dschungel. Die Soldaten versuchten, ihnen den Fluchtweg abzuschneiden. Augenzeugen berichteten von eingesetzten Kampfhubschraubern. Eine offensichtlich fehlgeleitete Granate verletzte mehrere Zivilisten. Etwa 2 000 Bewohner sind vor den Kämpfen geflohen, wie Militärsprecher Jose Mendoza mitteilte.

Rebellensprecher Abu Sabaya rief während der Gefechte beim Rundfunksender RMN an und berichtete, zwei Geiseln seien von Kugeln getroffen worden. Er sagte außerdem, zusätzlich zu den 20 am Sonntag aus einer Hotelanlage auf der Insel Palawan verschleppten Geiseln seien zehn Fischer entführt worden. Zu den Gefechten sei es gekommen, als seine Gruppe einigen Geiseln erlaubt habe, in einem nahe gelegenen Fluss ein Bad zu nehmen. Soldaten hätten sie entdeckt und das Feuer eröffnet.

Geisel appelliert an Regierung

Sabaya ließ eine der Geiseln, Teresa Ganzon, ans Telefon. Sie sagte, die Entführten schwebten in Todesgefahr. "Wir appellieren an die Regierung, bitte halten Sie sich von militärischen Aktionen zurück." Im Hintergrund war Gewehrfeuer zu hören. Weiter sagte die Frau: "Wir sind bislang gut behandelt worden, aber dieses Zusammentreffen wird uns das Leben kosten. Es sind Kinder bei uns." Unter den Geiseln befinden sich drei Amerikaner, der Rest sind Philippiner.

Die philippinischen Streitkräfte hatten trotz der Morddrohungen der Entführer an ihrem Plan für eine gewaltsame Befreiungsaktion festgehalten. Nach Berichten über die Sichtung eines Boots mit Geiseln und Kidnappern errichteten sie am Freitag in einem 100 Kilometer breiten Seegebiet eine Blockade.

Im vergangenen Jahr hatten die Abu Sayyaf mehrere Dutzend Geiseln genommen, darunter auch die deutsche Familie Wallert. Die meisten Geiseln wurden nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Zwei entführte philippinische Lehrer wurden dagegen geköpft.

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