Philippinische Regierung erteilt Absage
Fraport-Vertrag in Manila ist null und nichtig

Die philippinische Regierung hat am Freitag alle Verträge über das neue Terminal des Flughafens in Manila für nichtig erklärt. Damit sind die Chancen des deutschen Flughafenbetreibers Fraport, der bereits Millionenbeträge in das Projekt investiert hat, auf Ausgleichszahlungen gestiegen.

Reuters MANILA. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo erklärte, der Generalstaatsanwalt und das Justizministerium hätten entschieden, dass alle fünf Verträge über den Bau und den Betrieb des neuen Terminals "null und nichtig" seien. "Ich habe das Justizministerium und den Antikorruptionsausschuss aufgefordert, alle Anomalien zu untersuchen und die Schuldigen zu verfolgen", fügte sie hinzu. "Für uns gibt es keinen neuen Stand", kommentierte ein Fraport-Sprecher die Entwicklung. Ein Gericht müsse über die Gültigkeit der Verträge entscheiden, was sich noch einige Zeit hinziehen könne.

Die Chance für eine Rückabwicklung des Projekts mit entsprechenden Ausgleichszahlungen seien aber gestiegen, sagte der Fraport-Sprecher. Der Betreiber des Frankfurter Flughafens hatte am Donnerstag von Signalen der Regierung in Manila für eine gütliche Einigung berichtet. "Wir haben ihnen versichert - wie die Präsidentin bereits vorher - dass alle Investoren inklusive der Kreditgeber, ein Anrecht auf Zurückzahlungen haben", sagte Rigoberto Tiglao, Sprecher der Präsidentin, vor Journalisten. Die Verträge seien wegen Unstimmigkeiten für nichtig erklärt worden, sagte er weiter. Es würden nun alle Optionen für die Zukunft geprüft. "Wir hoffen, dass die Investoren nun untereinander sprechen und eine gemeinsame Lösung für den Betrieb des Flughafens finden werden", fügte er hinzu.

Fraport hat insgesamt 382,2 Millionen Euro in das Flughafenprojekt in Manila investiert und hält 30 Prozent an der für den Bau des Terminals verantwortlichen Gesellschaft Piatco. Philippinische Investoren sind zu 60 Prozent an dem Konsortium beteiligt, das japanische Handelshaus Nisho Iwai zu zehn Prozent. Fraport hatte vergangenes Jahr bereits außerordentliche Abschreibungen von gut 60 Millionen Euro auf das Projekt in Manila vorgenommen. Ob es in diesem Jahr zu weiteren Abschreibungen kommt, konnte Fraport am Donnerstag bei der Vorstellung der Quartalszahlen mit Blick auf die laufenden Gespräche nicht mitteilen.

Der Flughafenbetreiber ist über Investitionen, Bürgschaften und andere Verbindlichkeiten an dem neuen Terminal beteiligt. Seit mehreren Monaten verhandelt Fraport aber über einen Ausstieg aus dem Projekt, das von politischen Querelen und Korruptionsvorwürfen begleitet wird. Der Vorschlag Fraports seine 30 Prozent an die Regierung zu verkaufen, werde weiterhin geprüft, sagte Tiglao. Die philippinischen Investoren haben sich jedoch gegen diese Lösung ausgesprochen. Die im MDax gelisteten Fraport-Aktien stiegen am Freitag 2,45 Prozent auf 20,90 Euro.

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