Philips auf dem Vormarsch
E-Paper soll bereits 2003 kommen

Von "elektronischem Papier" träumen Forscher schon seit Jahren. Damit sollen Tageszeitungen oder Bücher als wie ein Bildschirm wiederbeschreibbare Medien die gedruckten Papierversionen ersetzen. Bis zur Marktreife elektronischer Zeitungen hat es jedoch bislang noch nicht gereicht.

HB/ruk/dpa EINDHOVEN. Doch der niederländische Elektronikkonzerns Philips hat nun Bewegung in die Forschungsbemühungen gebracht. In seinem "HomeLab" am Stammsitz in Eindhoven zeigte der Konzern erstmals kleine, flexible Plastikfolien, die mit "elektronischer Tinte" arbeiten können. Bereits im zweiten Halbjahr 2003 sollen die ersten Produkte - kleine Displays für PDA und E-Books auf den Markt kommen. Auf einen größeren Folienbogen einer elektronischen Zeitung werden wir noch etwas warten müssen

Das geplante elektronische Papier lässt sich wie eine Zeitung zusammenrollen und kann mit digitalen Inhalten nach Belieben immer wieder neu gefüllt werden. Das Material besteht aus einer millimeterdünnen Folie, in deren Mitte sich die so genannte elektronische Tinte befindet - das sind Millionen winzig kleiner, mit schwarzem oder weißem Pigment gefüllte Mikrokapseln. Werden die Kapseln mit Strom versorgt, so treibt es sie dank ihrer elektrischen Ladung an eine Seite der Oberflächen. Mit gezielten Signalen können die schwarzen und weißen Kügelchen genau gesteuert werden, sodass sich an der Oberfläche ein bestimmtes Bild ergibt oder ein bestimmter Text erscheint.

An einer ganz ähnlichen Technologie arbeitet seit Jahren das renommierte Xerox Palo Alto Research Center (PARC). Über das Tochter-Unternehmen Gyricon Media sollten bereits im vergangenen Jahr die ersten Displays als Werbeflächen oder digitale Preisschilder in US-Supermärkten zum Einsatz kommen. Die Idee des elektronischen Papiers geht auf einen Forscher bei Xerox zurück.

Philips arbeitet jedoch nicht mit Xerox zusammen, sondern hat sich für die Firma E-Ink aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts als Entwicklungspartner entschieden. Das Unternehmen wurde 1997 von den Forschern Barrett Cominskey und J.D. Albert vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) gegründet. Zu den strategischen Partnern des Unternehmens gehören neben Philips auch der Elektronikkonzern Motorola, der Netzwerkdienstleister Lucent Technologies, das japanische Druck- und Medienunternehmen Toppan sowie der deutsche Langenscheidt Verlag.

Philips will die Technologie der MIT-Forscher für verschiedenartige mobile Displays nutzen. So soll das elektronische Papier künftig bei den Organizern von Palm den Bildschirm ersetzen. Kooperationspartner Toppan plant für den japanischen Markt elektronische Comic-Bücher. Als mobiler Bildschirm braucht die Erfindung nach Angaben von Philips rund zehn Mal weniger Energie als herkömmliche Displays. Auch Farbdisplays seien in der Entwicklung.

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