Picknick-Körbe sind gefragte denn je
Nagefest im Freien

Das Picknick ist wieder da: Edler denn je wird im Traumsommer 2003 draußen gespeist.

Für Harald Braun, Inhaber des gleichnamigen Delikatessengeschäfts in Bonn, ist es in diesem Sommer Zeit für ein Picknick mit Terrinen: "Unsere Perlhuhn-Terrine. Aber auch die Linsen-Terrine mit Filets vom Salzwiesenlamm." So wird bei Braun aus "Nagefest im Freien", wie Wahrigs Deutsches Wörterbuch einst das Picknick umschrieb, ein Ereignis, bei dem die Finger sauber bleiben.

Sommerzeit - Picknickzeit, dieses Paar lebt trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass fast an jedem Wanderweg oder Seeufer Imbissbuden stehen. Doch wer möchte nach einem schönen Tag in der Natur den Hunger mit einer fetttriefenden Currywurst stillen? Dazu ein schales Bier aus dem Pappbecher? Und alles im Stehen?

Da ist ein Picknick eben weitaus stilvoller - wenn?s gut geplant ist. Das fängt bei der passenden Sitz- oder Liegegelegenheit an. Wer sich beim Verzehr von Leckereien unter freiem Himmel auf eine profane Wolldecke lümmelt, läuft Gefahr, dass Gras oder Erde unauslöschbare Spuren zurücklassen. Besser sind rückseitig mit Nylon oder Latex beschichtete Decken, etwa die Picknickdecke des englischen Traditionsunternehmens Burkraft, die es in Deutschland beim Versand Manufactum für 99 Euro gibt - im Muster des schottischen Adelsgeschlechts der Gordons.

Picknick ist eine ausgesprochen englische Angelegenheit, wohl deshalb kommt der Rolls-Royce unter den Picknick-Körben von der Insel. Unter dem Label Optima werden in Storrington, West Sussex, seit mehr als 50 Jahren Picknick-Körbe von Hand hergestellt. Das Prestigemodell Wedgewood White verfügt über Teller aus Porzellan des englischen Traditionsherstellers Wedgewood, Kristallgläser, Edelstahlbesteck und Weinkühler. Der Korb besteht aus feinster Weide, die Beschläge sind aus Messing, die Haltegurte für das Innenleben aus Rindleder. Die 4-Personen-Version ist für 1 224 Euro zu haben.

Jürgen Holtmann, Inhaber von Feinkost Holtmann in Köln, kann sich für ein so feines Picknick "gegrillte Filets von Mais-Poularden aus der Eifel" vorstellen: "Die schmecken auch kalt ganz ausgezeichnet." Dazu würde er mit Zucchini-Relish gefüllte Tomaten in den Korb packen. Zum Nachtisch Honigmelone. Und zum Kaffee legt er die hauseigene Torte "Chocolate to die" ans Picknick-Herz.

Auch bei Feinkost Käfer in München ist Geflügel ein praktischer Gang für das Mahl im Freien. Michael Käfer mag "Thaikeulchen vom Huhn in pikanter Sauce". Dazu Parmaschinken mit frischer Melone. Den Abschluss bilden Käsevariationen mit frischen Früchten. Butterbonbons, frischer Orangensaft, Champagner und ein leichter Weißwein gehören auf jeden Fall in den Korb.

Wer sein Geflügel oder Fleisch lieber frisch zubereitet, dem bietet Leisure Trends den Clou unter den Picknick-Körben: den Barbecue Cambridge für rund 120 Euro. Er verwöhnt den Hobbygriller im Manne mit einem kleinen, voll funktionsfähigen Grill. Der steckt samt der staubigen Holzkohle in einem Nylonbeutel. Eine saubere Sache - jedenfalls bis die Kohle brennt und das Fett spritzt.

Weniger hungrige, eher romantische Gemüter, die sich beim Ausflug zu zweit mit einem Glas Champagner begnügen, greifen zum Golf- Cooler für 50 Euro, ebenfalls von Leisure Trends: In der Isoliertasche aus Stoff finden eine Flasche, ein Kellnermesser mit Korkenzieher und zwei bruchsichere Gläser Raum.

Individualisten wollen sich nicht auf noch so noble Tragetaschen und Rucksäcke festlegen lassen. Sie betrachten ihren Picknick-Korb als Hülle und staffieren ihn nach eigenem Geschmack aus. Sabine Waitz, die mit ihrem Bruder Jürgen in Hamburg und Hannover in der fünften Generation Porzellanfachgeschäfte betreibt, rät beim Geschirr zu Steingut der englischen Traditionsmarken Wedgewood oder Spode. Sie meint: "Die klassisch zeitlosen englischen Dekors harmonieren exquisit mit einem Picknick. Für einen einzigen Teller können allerdings bis zu 50 Euro fällig werden."

Und was macht man bei schlechtem Wetter? Jürgen Klärlich, bekennender Picknick-Fan und Verlagskaufmann aus Hamburg, meint: "Verkürzen Sie sich die Wartezeit auf Sonnenschein mit der Lektüre von ,Aus dem Leben eines Taugenichts? von Joseph von Eichendorff. Nirgendwo in der Literatur wird ein Picknick treffender beschrieben als in dieser Erzählung des großen deutschen Romantikers."

Natürlich lässt sich der Taugenichts auch während eines Picknicks lesen, vielleicht wenn der erste Appetit gestillt ist und Ziegen-Rohmilchkäse wie der Bannon de Bannon serviert wird. Den zumindest empfiehlt Feinkost-Mann Braun. "Ein Picknick soll bei aller Eleganz auch immer einen kleinen rustikalen Touch haben. Der kommt durch den in Kastanienblättern gewickelten Bannon."

Und was machen Hasso und Waldi, die neidisch zu unserem Essen hinüberstieren? Sie delektieren sich aus ihrem eigenen Korb. Denn es gibt ihn, den für Hunde konzipierten Picknick-Korb. Der Basset Dog Basket von Optima mit Fressnapf, Futterbehälter, Fellbürste und Ruhedecke kostet 216 Euro.

Hard- und Software fürs Picknick

Leisure Trends, Beim Wallratsroth 16, 66539 Neunkirchen, Tel. 06821/12048, www.leisure-trends.com

Collectors Corner, Optima-Vertrieb, Lüneburger Landstr. 1, 21391 Reppenstedt, Tel. 04141/47404

Manufactum, Hiberniastr. 5, 45731 Waltrop, Tel. 02309/939050, www.manufactum.de

W. Weitz, Neuer Wall 26-28, 20354 Hamburg, Tel. 040/3785580, www.weitz-porzellan.de

Holtmann Feinkost, Marienburger Str. 36, 50968 Köln, Tel. 0221/373000, www.holtmanns.net

Feinkost Braun, Friedrichstr. 50, 53111 Bonn, Tel. 0228/9691440, www.suedlaendische-spezialitaeten.de

Feinkost Käfer, Prinzregentenstr. 73, 80539 München, Tel. 089/41680, www.feinkost-kaefer.de

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