Pilot aus dem Cockpit gerettet
20 Tote bei Flugzeugabsturz in Luxemburg

Bei einem Flugzeugabsturz in Luxemburg sind am Mittwoch 20 Menschen ums Leben gekommen, darunter alle 15 deutschen Insassen.

HB/dpa LUXEMBURG. Die Maschine der Fluggesellschaft Luxair mit 22 Menschen an Bord kam aus Berlin und war am Morgen in dichtem Nebel beim Landeanflug auf den Flughafen Luxemburg-Findel über einem hügeligen Feld abgestürzt. Danach geriet sie in Brand. Der Pilot (27) und ein Passagier überlebten das Unglück schwer verletzt. Die Unglücksursache und die Herkunft des überlebenden Insassen waren am Abend noch unklar. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker schloss einen Terror-Anschlag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus. Die Unglücksmaschine war erst kurz zuvor gewartet worden. Der Flug soll der erste nach der Wartung gewesen sein.

Die deutschen Opfer stammten unter anderem aus Berlin, Potsdam und Kleinmachnow, sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Unglücksort - etwa 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Absturz-Ursache sei "ein großes Fragezeichen". Es habe sich um ein verlässliches Flugzeug und um "gute, qualifizierte Piloten" gehandelt. Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Georg Fongern, sprach von einem "mysteriösen Unfall".

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen gab es bei der Unglücksmaschine bis wenige Minuten vor dem Unglück keine Unregelmäßigkeiten. Die Maschine sei um 9:52 Uhr kurz vor der luxemburgischen Grenze in 3000 Metern Höhe im Sinkflug von den deutschen Lotsen an die Anflugkontrolle des Flughafens Findel übergeben worden, sagte ein Sprecher. Gegen 10:05 Uhr sei das Flugzeug in gut 600 Metern Höhe abrupt von den deutschen Kontrollbildschirmen verschwunden.

Die Untersuchungen zur Absturz-Ursache sollten noch in der Nacht zu Donnerstag beginnen. "Es sind alle Geräte gerettet, die nötig sind, um genauere Untersuchungen vorzunehmen", sagte Stolpe. Die Angehörigen der Opfer sollten am Donnerstagmorgen mit einer Luxair-Sondermaschine von Berlin ins Großherzogtum geflogen werden.

Die zweimotorige Turbopropmaschine vom Typ Fokker 50 war nicht voll besetzt. Unter den 19 Passagieren und den 3 Besatzungsmitgliedern waren nach Angaben der luxemburgischen Regierung 15 Deutsche, 2 Franzosen und 5 Luxemburger - vorwiegend Geschäftsleute. Mehr als 100 Rettungskräfte von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei bargen die Leichen bis zum späten Nachmittag aus der zum Teil ausgebrannten Maschine. In einer mehrstündigen Rettungsaktion hatten die Helfer den eingeklemmten Piloten aus dem Cockpit befreit. Luxemburgs Außenministerin Lydie Polfer sprach von einer "schrecklichen Tragödie".

Die Unglücksmaschine war am Morgen vom Berliner Flughafen Tempelhof gestartet und gegen 10:10 Uhr bei der Ortschaft Niederanven in unmittelbarer Nähe des internationalen Flughafens Luxemburg-Findel abgestürzt. Fünf Minuten später, um 10:15 Uhr, war die Landung vorgesehen. Das Flugzeug prallte auf ein Feld und wurde dabei in mehrere Teile zerrissen. Das Cockpit wurde relativ wenig beschädigt. Trotz des Nebels waren kurz vor dem Unglück mehrere Flugzeuge problemlos in Findel gelandet.

Für Luxair ist es der erste Absturz einer Linienmaschine in der Geschichte der Luftfahrtgesellschaft, die jährlich 1,1 Millionen Menschen befördert. Wie Luxair mitteilte, war das Flugzeug seit Juni 1991 in Betrieb. Die Fokker 50 sei damals neu gewesen und gelte insgesamt als sehr sicheres Flugzeug, sagte eine Luxair-Sprecherin.

Der bisher letzte Absturz eines Flugzeugs dieses Typs wird auf das Jahr 1995 datiert, als eine Fokker in Malaysia abstürzte. Weltweit fliegen viele Fluggesellschaften mit der Fokker 50. Sie wird vor allem im Regionalverkehr eingesetzt. Luxair richtete für Angehörige, die Informationen zu den Passagieren des Fluges mit der Flugnummer LG 9642/LH 2420 einholen möchten, eine Hotline ein (00352/4798-5430 bis-5435).

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