Pilot hatte offenbar Schwächeanfall
Flugzeug rast in Pirelli-Hochhaus in Mailand

Ein Kleinflugzeug ist am Donnerstag in ein Mailänder Hochhaus geprallt und hat mindestens drei Menschen in den Tod gerissen. Bei dem Absturz am Donnerstag wurden zudem 90 Menschen verletzt.

dpa MAILAND. Befürchtungen, es handele sich um einen Anschlag wie auf das New Yorker World Trade Center, bestätigten sich aber nicht. Die Maschine raste in das 26. Stockwerk des Pirelli-Hochhauses in der Mailänder Innenstadt. Mehrere Stockwerke fingen Feuer.

Unter den Toten sind der fast 70-jährige Pilot sowie zwei Angestellte, die in dem Gebäude arbeiteten. Innenminister Claudio Scajola sowie die italienischen Luftfahrtbehörden gingen von einem Unfall aus. Darauf deuteten alle vorliegenden Informationen hin, hieß es.

Über die Ursachen des Unglücks gab es allerdings widersprüchliche Angaben. Verkehrsminister Pietro Lunardi vermutete einen Schwächeanfall des fast 70-jährigen Piloten. Dagegen berichteten Fluglotsen, der Pilot habe beim Funkverkehr vor dem Landen von Problemen mit dem Fahrwerk gesprochen. Entgegen ersten Berichten habe er aber kein SOS gefunkt. Die Behörden leiteten mehrere Untersuchungen ein. Die Feuerwehr suchte auch am frühen Freitagmorgen in dem 127 Meter hohen Gebäude nach weiteren Menschen.

Brand innerhalb von einer Stunde gelöscht

Bei dem Unglücksflugzeug, das in Locarno in der Schweiz gestartet war, handelt es sich nach neuesten Informationen des staatlichen italienischen Fernsehens um ein einmotoriges Kleinflugzeug vom US-Typ Commander 112. Zunächst hatten italienische Medien übereinstimmend von einem Flugzeug vom Typ Piper gesprochen.

Nach dem Aufprall des Flugzeugs gerieten die obersten Stockwerke des mit 30-stöckigen Gebäudes in der Mailänder Innenstadt in Brand, konnten aber von der Feuerwehr bereits eine Stunde später gelöscht werden. Menschen aus den unteren Stockwerken konnten sich selbst ins Freie retten. Eine Katastrophe wurde vermieden, weil viele Büros in dem Gebäude geschlossen waren und die obersten Stockwerke renoviert wurden.

Trümmer verletzten Passanten

Trümmer des Flugzeugs stürzten in einem Umkreis von 40 Metern zu Boden und verletzten mehrere Passanten. Blutende Menschen wurden von Rettungsmannschaften vor dem Gebäude behandelt. Retter befreiten ein junges Mädchen aus einem Fahrstuhl. Die Behörden berichteten, es bestand zu keinem Zeitpunkt Einsturzgefahr. Zwei Verletzte seien in kritischem Zustand.

"Alle vorliegenden Informationen lassen an einen Unfall denken", sagte Innenminister Scajola. Ähnlich äußerte sich Bundesinnenminister Otto Schily.

Das Kleinflugzeug hatte auf dem Mailänder Flughafen Linate landen wollen. Dort hatte es am 8. Oktober vergangenen Jahres eine folgenschwere Kollision zwischen einer deutschen Cessna und einer skandinavischen SAS-Maschine gegeben. 118 Menschen starben damals in dem Flammeninferno.

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