Piloten, Flugzeugmechaniker, Studenten und Touristen
Flugzeugentführer zumeist aus Saudi-Arabien und Vereinigten Arabischen Emiraten

Sie kamen meist aus Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten - Staaten, die besonders gute Beziehungen zu den USA haben. Sie gaben sich als Piloten, Flugzeugmechaniker, Studenten oder Touristen aus. Zu ihren Nachbarn waren sie schweigsam - es fiel kein Wort über Politik oder Religion.

AP WASHINGTON. Doch am 11. September brachen sie in vier Gruppen zum schwersten Terroranschlag auf, der die USA je heimgesucht hat. "Sie redeten mit niemandem über irgendetwas", sagt der Mitschüler Azzan Ali an der Flugschule in Florida, wo sich zwei der vom FBI namentlich genannten Flugzeugentführer ausbilden ließen. Einige der 19 Männer hinterließen kaum Spuren. Andere lebten schon jahrelang in den USA, mieteten eine Wohnung, zogen um oder kauften ein Auto.

An der Flugschule in Venice in Florida nahmen der 33-jährige Mohamed Atta und der zehn Jahre jüngere Marwan al Shehhi Unterricht - die beiden vermutlich aus einem Golfemirat stammenden Männer waren Studenten der Technischen Universität in Hamburg-Harburg. Sie lebten im Sommer vergangenen Jahres zusammen im Haus eines ehemaligen Angestellten der Flugschule und gaben sich als Cousins aus. Al Shehhi kam mit einem Touristenvisum nach Florida. Beide hatten einen Pilotenschein für die USA, Atta hatte außerdem einen ägyptischen Führerschein. Am Freitag vor den Terroranschlägen gingen sie noch zusammen in eine Kneipe in Hollywood, Florida - dort soll Atta die Zeit mit Videospielen verbracht haben, während El Shehhi mit einem anderen Mann zum Trinken zusammensaß.

Für die Terrorflüge am 11. September trennten sich die beiden: Atta flog nach FBI-Ermittlungen offenbar von Portland im US-Staat Maine nach Boston. Dort ging er an Bord von Flug 11 der American Airlines: Dieses Flugzeug raste um 8.45 Uhr Ortszeit (14.45 Uhr MESZ) in den nördlichen Turm des New Yorker World Trade Centers. El Shehhi buchte Flug 175 der United Airlines - diese Maschine stürzte 18 Minuten später in den südlichen Hochhausturm.

Von Portland nach Boston soll Atta zusammen mit einem anderen Flugzeugentführer unterwegs gewesen sein, Abdulaziz Alomari. Dieser nahm ebenfalls Flugstunden in Florida, bei FlightSafety International in Vero Beach. Seinem Vermieter sagte Alomari, er sei ein Pilot der Saudi Arabian Airlines und wolle noch mehr Übung bekommen. Ein Sprecher der saudiarabischen Fluggesellschaft, Thomas Quinn, sagt allerdings, es gebe keine Verbindung zwischen Alomari und seinem Unternehmen. Nachbarn beschreiben Alomari als Familienmensch. Zusammen mit seiner Frau und vier Kindern im Schulalter lebte er in einer Wohnung, für die er 1 400 Dollar (2 970 Mark) Miete zahlte. Doch als im August die Schule wieder begann, waren Alomaris Frau und die Kinder nach Angaben eines Nachbarn nicht mehr zu sehen. Alomari selbst zog am 3. September aus der Wohnung aus und sagte seinem Vermieter, er kehre nach Hause zurück.

Pilotenlizenz für Verkehrsflugzeuge

Ebenfalls mit Atta an Bord von Flug 11 war Waleed Alshehri. Der vermutlich 25-Jährige lebte seit mindestens 1994 in den USA - damals erwarb er einen Führerschein des Staates Florida und erhielt eine Sozialversicherungsnummer. 1997 schloss Alshehri die Luftverkehrshochschule in Daytona Beach in Florida mit der Ausbildung zum Piloten für Verkehrsflugzeuge ab. Vorübergehend soll er in Vienna gelebt haben, einer Vorstadt von Washington. Ein weiterer Flugzeugentführer, der vermutlich die Lizenz für das Steuern eines Passagierflugzeugs besaß, war den FBI-Angaben zufolge Hani Hanjour, der sich an Bord der ins Pentagon gerasten Maschine befand. Dokumente zeigen, dass Hanjour 1999 eine Pilotenlizenz für Verkehrsflugzeuge erwarb. Als Heimatadresse ist ein Wohnort in Saudi-Arabien angegeben.

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