Pinkwart: Möllemann ist uneinsichtig
Möllemanns Versöhnungsangebot nur Taktik

Es sei nur der Versuch, "sich vor dem Sonderparteitag in Nordrhein-Westfalen eine günstige Ausgangsbasis zu schaffen", sagte Homburger dem Konstanzer "Südkurier" (Mittwoch).

dpa/HB BERLIN. Mit seiner Flugblatt-Aktion kurz vor der Bundestagswahl habe Möllemann die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" im FDP-Führungszirkel durch "Illoyalität" zerstört. Man könne "nach so einem gravierenden Vorgang die Uhr nicht einfach zurückdrehen", sagte Homburger.

Möllemanns Gegenkandidat für den Landesvorsitz beim Sonderparteitag am 7. Oktober, der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Pinkwart, gibt sich gute Chancen, Möllemann abzulösen. Er "will den Generationswechsel", sagte er der "Rhein-Zeitung" (Mittwoch). "Die FDP muss aus dem Zwielicht raus und eine weltoffene und tolerante Partei in der Mitte bleiben", sagt der von Parteichef Westerwelle gestützte Herausforderer. "Wir brauchen jetzt den Neuanfang", betonte er.

Dem Bonner "General-Anzeiger" (Mittwoch) sagte Pinkwart, Möllemann habe sich eben nicht für seine "unsägliche" Flugblattaktion entschuldigt, sondern sich der Verantwortung für das entzogen, "was er der Partei angetan hat. Das zeigt mir, dass er in dieser sensiblen Frage nicht einsichtig ist".

Nach Ansicht von FDP-Präsidiumsmitglied Günter Rexrodt hat Pinkwart gute Aussichten im Machtkampf mit Möllemann. In der Sendung "Vorsicht! Friedman" im Hessischen Rundfunk sagte er am Dienstagabend, Pinkwart habe "allerbeste Chancen", gegen Möllemann zu gewinnen.

Einen Tag nach seinem erzwungenen Rücktritt als stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender hatte Möllemann Parteichef Westerwelle die Versöhnung angeboten. Er forderte ihn auf, "den punktuellen Dissens" zu überwinden und im Interesse der FDP wieder zusammenzuarbeiten. Möllemann räumte ein, dass sein umstrittenes Wahlkampf-Flugblatt ein Fehler gewesen sei.

"Wer es gut mit der FDP meint, der bringt nicht die beiden stärksten Politiker dieser Partei gegeneinander auf", sagte Möllemann am Dienstag in Düsseldorf. Bis vor 14 Tagen seien er und der Parteichef ein "Dream-Team" gewesen. "Ich will, dass wir das wieder werden."

Möllemann Stellvertreterin im Landesvorsitz, Ulrike Flach, distanzierte sich überraschend von ihm. Nach einem am Dienstag im "Stern" vorab veröffentlichten Möllemann-Zitat, in dem dieser Parteichef Westerwelle Führungsschwäche vorwirft, erklärte Flach der dpa, sie werde auf dem Sonderparteitag Möllemanns Rivalen Pinkwart unterstützen. "Es ist an der Zeit, einen Neuanfang zu wagen", sagte Flach. Möllemann bestreitet allerdings das Zitat.

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