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Pisa und Paris

Die neue Pisa-Studie belegt: 22,3 Prozent der deutschen Schüler können kaum lesen. Sie stammen meist aus sozialschwachen Familien.

Die neue Pisa-Studie belegt: 22,3 Prozent der deutschen Schüler können kaum lesen. Sie stammen meist aus sozialschwachen Familien. Die Chancengleichheit hat sich verschlechtert, obwohl das Grundgesetzt sagt: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt werden (Artikel 3).

Und was hat das mit Paris zu tun? Nun, dort gibt es in mehreren Pariser Vororten die achte
Nacht in Folge Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei. „Alles, was wir jetzt noch brauchen, ist ein Toter. Dann entgleitet uns die Kontrolle völlig“, sagte der Bürgermeister des in Nordosten von Paris gelegenen Drancy, Jean-Christophe Lagarde.

Nach Angaben der Polizei wurden in den Pariser Gebieten mindestens 150 Autos angezündet. Zudem wurden zwei Kaufhäuser, ein Busdepot und eine Schule in Brand gesteckt. Rund 1000
Polizisten waren im Einsatz. Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten.

Wir können uns nicht vorstellen, wo die Gründe für diese Zustände liegen, (Paris, die Stadt der Liebe- da ist es doch so nett) und glauben Bilder aus einer ganz anderen Welt zu sehen. Dabei sind wir auf dem besten Wege auch bei uns die Voraussetzungen für den Zusammenstoß der Klassen in den Vororten unserer Großstädte zu bereiten.

Prof. Henri Menudier, Professor für Politologe an der Uni Sorbonne, Paris sagte heute im WDR: „Die Menschen fühlen sich wie Menschen zweiter Klasse“, der kleinste Zwischenfall könne zum Ausbruch der Gewalt führen. Versagen in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik nennt Menudier als Gründe für die Ausschreitungen (das Interview zum Nachhören im Real-Format).

Wir sollten genau nach Paris schauen und auf die Pisa-Studie, damit sich uns solche Szenen in einigen Jahren wiederholen.


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