Pjöngjang verärgert über Äußerung des Rot-Kreuz-Chefs
Nordkorea droht mit Absage von Familientreffen

afp SEOUL. Nordkorea hat gedroht, die für November geplanten Familienzusammenführungen platzen zu lassen. Nach der Kritik des südkoreanischen Chefs des Roten Kreuzes an Nordkorea müsse das Treffen nochmals überdacht werden, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des nordkoreanischen Roten Kreuzes. Solange Chang Choong Shik Vorsitzender der südkoreanischen Schwesterorganisation bleibe, könne nicht mehr über die Familienzusammenführung verhandelt werden. Chang hatte in einem Interview gesagt, die Nordkoreaner würden nicht in einem freien Land leben. Die Rot-Kreuz-Organisationen der beiden koreanischen Staaten sind maßgeblich an der jüngsten Annäherung zwischen Pöngjang und Seoul beteiligt. Die Vorsitzenden werden von den jeweiligen Regierungen ernannt.

Bei dem Treffen sollten je 200 Verwandte aus Nord und Süd nach Jahrzehnten ihre Angehörigen wiedersehen. Im August waren erstmals nach 55 Jahren je 100 Nord- und Südkoreaner in den jeweils anderen Landesteil gereist, um Familienmitglieder zu treffen. Danach hatte das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul solche Zusammenführungen regelmäßige in Aussicht gestellt. Schätzungen zufolge haben in Südkorea rund 7,6 Millionen Menschen keinen Kontakt mehr zu ihren Verwandten im Norden. Seit dem historischen Gipfeltreffen der beiden koreanischen Staatschefs im Juni verfolgen Nord-und Südkorea eine Politik der Annäherung. Die koreanische Halbinsel ist seit 1945 in den kommunistischen Norden und den westlich orientierten Süden geteilt.

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