Pkw-Absatz im August schwach
Autokäufer sind heiß auf neue Modelle

Der Pkw-Absatz schwächelt. Die Branche hat das Problem auch schon ausgemacht: Die deutschen Autokäufer warten auf die neuen Modelle, von denen viele auf der IAA zu sehen sein werden.

HB FRANKFURT. Die anstehenden Markteinführungen neuer Automodelle haben im vergangenen Monat erneut den Pkw-Absatz in Deutschland gedrückt. Neben der abwartenden Haltung der Autokäufer hätten im August zudem die teilweise verschobenen Werksferien sowie die Modellumstellung einiger Hersteller die Produktions- und Exportzahlen im Vorjahresvergleich erheblich sinken lassen, erläuterte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag in Frankfurt. Bereinigt um diese Sondereinflüsse habe sich der deutsche Automobilmarkt im August im Grunde weiter stabilisiert.

Importmarken schneiden besser ab

Um fünf Prozent auf 232 000 Fahrzeuge sank in Deutschland die Zahl der Neuzulassungen von Personenwagen im Vergleich zum August 2002. Im Vergleich besser schnitten erneut die ausländischen Automarken ab, deren Absatz mit 82 000 Stück lediglich stagnierte. Bereits seit Monaten laufen die Importmarken den hiesigen Herstellern zusehends den Rang ab, was aber auch an zahlreichen Markteinführungen neuer Fahrzeugmodelle zum Beispiel französischer oder asiatischer Anbieter liegt. In Ostdeutschland halten die nichtdeutschen Automarken bereits einen Marktanteil von mehr als 50 %.

Die Produktion und Exporte brachen um jeweils fast ein Drittel ein, wobei der VDA auch hierfür außerordentliche Einflüsse verantwortlich machte. In den gesamten ersten acht Monaten dieses Jahres ging die Zahl der Neuzulassungen im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf knapp 2,2 Mill. Autos zurück. Produktion und Exporte sanken um je zwei Prozent auf 3,3 Mill. beziehungsweise 2,3 Mill. Fahrzeuge. Für das Gesamtjahr peilt der VDA etwa 3,25 Mill. Neuzulassungen und eine Produktion von rund fünf Mill. Pkw in Deutschland an. Die Exporte könnten die bisher vorhergesagte Höhe von 3,55 Mill. Wagen sogar leicht übersteigen, glaubt der Verband.

Verunsicherung

Zwar sei das Kaufklima in Deutschland insgesamt nach wie vor von Verunsicherung geprägt, betonte der VDA mit Blick auf die Produktions- und Absatzzahlen. "Nachfrage und Absatz wurden darüber hinaus stark durch eine abwartende Haltung der Kunden in Bezug auf neue Modelle auf der diesjährigen IAA beeinflusst." Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) beginnt in der kommenden Woche in Frankfurt, und die Branche verspricht sich insbesondere von der Vorstellung neuer Massenmodelle wie des Golf V von VW oder des neue Opel-Astra Impulse.

"Hinzu kommt, dass sich in diesem Jahr die Werksferien im August konzentrierten, so dass in einigen Werken nur ein bis zwei Wochen, teilweise sogar an keinem einzigen Tag produziert wurde", begründete der VDA den Rückgang auch. "Der August hatte zudem noch einen Arbeitstag weniger als 2002 und der Anlauf wichtiger Modelle begrenzte oft die Fertigungsmöglichkeiten." Bei der Umstellung der Produktion auf eine neue Baureihe laufen in der Regel zunächst die Werkshallen mit den alten Modellen leer, bis die Produktion des neuen Wagens anläuft.

60 automobile Weltneuheiten verspricht der VDA auf der IAA. Im Mittelpunkt dabei stehen diesmal die so genannten Volumenmodelle wie Golf und Astra, von denen sich die Branche zumindest in Deutschland einen regelrechten Nachfrage-Boom erhofft. Gestützt wird der Optimismus der Industrie vom hohen durchschnittlichen Alter des Fahrzeugbestands in Deutschland. Auch die in Aussicht gestellten Steuerentlastungen sowie das sich allmählich aufhellende Konjunkturklima geben der Branche Anlass für Zuversicht.

Gewinnmitnahmen belasten Aktien-Kurse

Auch Analyst Erik Burgold von der ING BHF-Bank führte den Rückgang bei Absatz und Produktion im August in erster Linie auf die Sondereinflüsse zurück: "Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Insgesamt mehren sich die Zeichen für einen Aufschwung", sagte er. Das Autojahr 2003 sei zwar bisher schwach, aber immerhin verschlechtere sich die Situation nicht. Am Aktienmarkt notierten die Automobilwerte im Minus, wobei sie einen Teil ihrer Verluste bei der Veröffentlichung der August-Zahlen abbauten. Marktteilnehmer führten die schwache Tendenz der Autoaktien auch auf Verkäufe infolge der Kursgewinne in den vergangenen Wochen zurück: "Hier geht ein guter Teil auf das Konto von Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler.

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