Pkw-Sonderausstattung ist in Ein-Prozent-Regelung einzubeziehen
Navigationssysteme sind steuerpflichtig

Die Finanzverwaltung hat sich jetzt zur lohnsteuerlichen Behandlung von Navigationsgeräten in dienstlichen Pkw geäußert.

li DÜSSELDORF. Die Lohnsteuerreferenten des Bundes und der Länder haben sich nach einer Verfügung der Oberfinanzdirektion (OFD) Berlin darauf verständigt, dass der Anschaffungspreis für ein Navigationssystem bei der Ermittlung der steuerpflichtigen Privatnutzung des Pkw voll zu Buche schlägt, das heißt in die so genannte Ein-Prozent-Regelung für die monatlich als Arbeitslohn zu versteuernde private Dienstwagennutzung mit einzubeziehen ist.

Seit 1996 kann der Wert für die lohnsteuerpflichtige private Benutzung eines Dienstwagens monatlich mit 1 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung des Kraftfahrzeugs zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen sowie der Umsatzsteuer angesetzt werden. Die Behandlung von Navigationssystemen war fraglich, weil bei der Ermittlung des inländischen Listenpreises für das Kraftfahrzeug zuzüglich Sonderausstattung nach den Lohnsteuerrichtlinien jedenfalls der Preis für ein Autotelefon nicht mit einzubeziehen ist. Viele Navigationssysteme sind mit Telefonen oder Faxgeräten kombiniert und fragen über Funk die aktuelle Verkehrslage ab, um bei Störungen Wege vorzuschlagen, die diese umfahren. Sie könnten deshalb ganz oder teilweise als "Telekommunikationsgeräte" wie Autotelefone zu bewerten sein.

Dies verneint die Finanzverwaltung. Sogar die Möglichkeit der Freistellung eines Teils der Anschaffungskosten hält sie für ausgeschlossen und will den Einbau von Navigationsgeräten, auch wenn es sich um ein Kombinationsgerät mit anderen Telekommunikationselementen wie z.B. Fax handelt, vollumfänglich zur Sonderausstattung zählen. Eine denkbare Aufteilung des Anschaffungspreises komme nicht in Betracht. Die Ansicht der Finanzverwaltung hat für den Arbeitnehmer die unerfreuliche Folge, dass sich der steuerpflichtige Wert der Sonderausstattung bei der Pauschalregelung für den monatlich anzunehmenden Teil der privaten PKW-Nutzung ohne Abschlag um den Wert des Navigationssystems erhöht.

Aktenzeichen: OFD Berlin: St 174-S2334-21/02

Quelle: Handelsblatt

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