Plädoyers in Düsseldorfer Berufungsverhandlung
Synagogen-Anschlag: Hohe Jugendstrafen gefordert

Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge hat die Staatsanwaltschaft in der Berufungsverhandlung am Montag Jugendstrafen von zweieinhalb und drei Jahren für die beiden arabischstämmigen Täter gefordert.

ap DÜSSELDORF. Wegen versuchter schwerer Brandtstiftung sollten die Strafen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, sagte der Anklagevertreter vor dem Landgericht Düsseldorf.

Die Verteidiger des 21 Jahre alten Khalid Z., eines gebürtigen Marokkaners mit deutschem Pass, plädierten dagegen auf höchstens zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Z. war im ersten Verfahren zu 27 Monaten Haft verurteilt worden, der 20-jährige staatenlose Mittäter Belal T. zu 18 Monaten auf Bewährung.

Obwohl bei dem Anschlag mit Steinen und Molotow-Cocktails in der Nacht zum 3. Oktober vergangenen Jahres nur geringer Sachschaden entstanden war, hatte der Anschlag dennoch weltweit für Aufsehen gesorgt, weil er zunächst rechtsextremistischen Gewalttätern zugeschrieben worden war. International war er als Symbol für das Wiederaufleben rechter Gewalt und antisemitischer Tendenzen in Deutschland interpretiert worden. Bei den jüdischen Gemeinden in Deutschland hatte die Tat nach den Worten des Vorsitzenden Richters Werner Arendes "große Angst und großen Schrecken" ausgelöst. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag verkündet werden.

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