Pläne des fusionierten Konzerns
Eon nimmt konventionelle Kraftwerke vom Netz

Der Stromkonzern will Überkapazitäten abbauen und alle Blöcke schließen, deren Kosten bei mehr als drei Pfennig je Kilowattstunde liegen. Die Belegschaft befürchtet Entlassungen.

dpa-afx HANNOVER. Der Energiekonzern Eon bereitet nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" die Stilllegung von konventionellen Kraftwerken vor. Demnach sollen nur jene Blöcke am Netz bleiben, deren Erzeugungskosten unter drei Pfennig pro Kilowattstunde liegen. Im Konzern werde damit gerechnet, dass damit deutlich mehr Arbeitsplätze wegfallen als bislang angegeben.

Eon-Vorstandschef Ulrich Hartmann hatte bei der Fusion von VEBA und VIAG gesagt, es würden 2 600 Stellen gestrichen. Nach Angaben einer Konzernsprecherin ist noch nicht entschieden, welche Blöcke abgeschaltet werden sollen. Eine Arbeitsgruppe sei derzeit dabei, die Kosten der einzelnen Standorte unter die Lupe zu nehmen. Bei der Belegschaft gelte als sicher, dass zunächst kein Atommeiler vom Netz genommen werde, sondern eher kleiner konventionelle Blöcke, insbesondere Kohlekraftwerke, berichtete die "Hannoversche Allgemeine".

Ein Mitarbeiter sagte der Zeitung, um die Schließung ihres Standortes zu verhindern, seien einzelne Belegschaften bereit, auf so genannte Nebenleistungen im Tarifvertrag zu verzichten, etwa Zeitzuschläge oder der Urlaubslohn.

Grund für die Stilllegungen sind laut "HNA" die Überkapazitäten, die in Europa auf bis zu 40 000 Megawatt geschätzt würden. In Deutschland müssten 10 000 Megawatt vom Netz, heiße es bei Eon. Der Konzern verfügt momentan über eine Kraftwerksleistung von 30.000 Megawatt.

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