Pläne zu Stellenstreichungen und Filialschließungen
Post drohen Proteste im Weihnachtsgeschäft

Die Gewerkschaft Verdi hat der Deutschen Post AG wegen möglicher Filialschließungen mit Protesten während des wichtigen Weihnachtsgeschäfts gedroht. Die Post-Aktie gab daraufhin in einem schwachen Marktumfeld um fünf Prozent auf 10,73 Euro nach.

Reuters DÜSSELDORF. Das für die Post zuständige Verdi-Bundesvorstandsmitglied Rolf Büttner sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters, der Post-Vorstand müsse bis Weihnachten Klarheit über mögliche Pläne zu Stellenstreichungen und Filialschließungen schaffen und sich mit der Gewerkschaft an einen Tisch setzen. Geschehe dies nicht, drohten dem Konzern Proteste der Beschäftigten im Weihnachtsgeschäft. "Wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze und die Geduld der Beschäftigten ist dabei am Ende."

Verdi erhöhte zugleich mit Betriebsversammlungen den Druck auf die Konzernspitze. Rund 5000 Post-Filialen blieben Büttner zufolge bundesweit auf Grund der Versammlungen ganz oder zeitweise geschlossen.

Der Post-Sprecher sagte, der Konzern habe derzeit keine konkreten Pläne für einen Stellenabbau im Filialbereich. "Es gibt Überlegungen für eine Neuorganisation im Filialbereich", fügte er aber hinzu. Darüber werde mit den Sozialpartnern geredet. Zur Frage, ob und in welchem Umfang dies Stellenstreichungen bedeuten könnte, könne er sich aber noch nicht äußern. Einem Bericht des "Westfalen-Blatt" zufolge sind von den Plänen der Post mindestens 3600 Beschäftigte betroffen.

Büttner betonte, bis Weihnachten müsse der Post-Vorstand für Klarheit sorgen. "Ansonsten überlegen wir uns, um die Weihnachtszeit herum weitere Protestmaßnahmen zu organisieren." Für solche Proteste verfüge Verdi über "eine ganze Palette von Maßnahmen". Die Gewerkschaft könne für "verschärfte Unruhe" bei der Post sorgen. Auch könnten "tarifverträgliche Wünsche" auf den Prüfstand gestellt werden.

Zu einem Bericht des "Westfalen-Blatts" über einen massiven Stellenabbau sagte der Post-Sprecher: "Ich weiß nicht, wo diese Zahl herkommt. Sie ist uns nicht bekannt." Auch Büttner sagte, die Gewerkschaft habe keine Kenntnis über solche Pläne. Der Gewerkschafter, der auch dem Aufsichtsrat der Post angehört, unterstrich, auch diesem Gremium seien bislang keine Pläne für einen Stellenabbau vorgelegt worden. Die Belegschaft werde aber durch ständige "Horrormeldungen" über einen möglichen Abbau verunsichert. "Es heißt, 1000 Filialen werden geschlossen, dann heißt es, 1000 Postagenturen werden geschlossen, dann heißt es wieder 1000 Filialen, dann heißt es in der Presse, 3500 Arbeitsplätze sollen in den Filialen abgebaut werden und mit Verdi und den Betriebsräten und den Beschäftigten redet kein Mensch. Das ist ein Skandal", sagte Büttner.

Ein Post-Sprecher erwiderte, die Post führe Gespräche mit den Sozialpartnern und sei auch weiter gesprächsbereit. Die Post ist vom Gesetzgeber zu einem flächendeckenden Universaldienst verpflichtet. Die dafür nötige Mindestzahl an Filialen beträgt 12 000, die Post verfügt aber derzeit über knapp 13.000 Filialen. "Wir haben eine Dispositionsmasse von 1000 Filialen", sagte der Post-Sprecher weiter. "Alle Standorte werden unter die Lupe genommen", fügte er hinzu. Pauschale Beschlüsse für Schließungen werde es aber nicht geben: "Wir gehen da nicht mit dem Rasenmäher drüber. Schließlich wollen wir ja auch Geld verdienen." Blieben die Kunden aus, könnten Filialen aber geschlossen werden. Die Post hatte Anfang Juli ein drastisches Sparprogramm angekündigt, nachdem die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post Portosenkungen gefordert hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%