Pläne zurückgestellt
Gerling plant derzeit keinen Börsengang

Der Kölner Versicherungskonzern Gerling plant derzeit keinen Gang an die Börse. "Wir haben im Augenblick den Börsengang zurückgestellt...aber er ist auch nicht vom Tisch", sagte Vorstandschef Jürgen Zech am Montagabend bei der Bilanzvorlage in Köln. Er könne nicht sagen, ob und wann der Gang an die Börse stattfinden soll, sagte Zech weiter.

Reuters KÖLN. Zur Kapitalbeschaffung für eine größere Akquisition sei jedoch sowohl der Börsengang des Konzerns als auch einer Tochter denkbar. Auch wenn Gerling viele Kooperations- und Akquisitionsmöglichkeiten prüfe, sehe er derzeit aber keinen größeren Kapitalbedarf, betonte Zech. Er bestätigte Gespräche mit dem Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re über eine Zusammenlegung oder eine Kooperation der Kreditversicherungen.

Gerling und die Schweizer Rück sprechen nach den Worten Zechs schon seit einiger Zeit über ihre Kreditversicherer. "Wir machen das nur, wenn es uns einen großen Schritt weiter bringt", betonte Zech. Viele Versicherer, die ihr Industriegeschäft nicht weiterführen wollen, seien an Gerling herangetreten. Vor der Übernahme eines Portfolios stehe jedoch die genaue Prüfung.

Die Unabhängigkeit des Familienunternehmens solle unter anderem damit gesichert werden, dass die Eigenkapitalrendite von knapp neun Prozent im Jahr 2000 auf 15 % im Jahr 2003 oder spätestens 2004 gesteigert werde. Er würde begrüßen, wenn die Anteilsverhältnisse von 70 % im Besitz von Rolf Gerling und 30 % bei der Deutschen Bank Bestand hätten, sagte Zech. Die Deutsche Bank hatte in der Vergangenheit angekündigt, ihren Anteil an Gerling verringern zu wollen.

Niedrigeres Prämienwachstum erwartet

Ohne Zukäufe und ohne Währungseffekte erwartet Zech im laufenden Jahr mit rund vier Prozent ein niedrigeres Prämienwachstum der Gesamtgruppe Gerling-Konzern Versicherungs-Beteiligungs-AG (GKB) als im Jahr 2000, in dem die Prämien bereinigt um 5,3 % gestiegen waren. Insgesamt seien die Prämieneinnahmen im vergangenen Jahr auf Grund eines größeren Konsolidierungskreises und von Währungseffekten um 13,1 % auf 9,5 Mrd. Euro gestiegen. Beim Ergebnis rechnet Zech in diesem Jahr erneut mit einer deutlichen Verbesserung. Im ersten Quartal habe das Ergebnis bei 75 Mill. ? gelegen und damit die Erwartungen übertroffen. Im vergangenen Jahr stieg der Konzernjahresüberschuss auf 185 Mill. Euro, nach 22 Mill. Euro im Jahr 1999, das durch viele Katastrophen besonders belastet war.

Im laufenden Jahr wolle Gerling seine Position als führender Industrieversicherer ausbauen, sagte Zech. Erwartet werde ein erheblich besseres versicherungstechnisches Ergebnis sowie ein stabiles Prämienvolumen trotz steigender Raten. Auch für die Rentenreform sieht sich Gerling gut aufgestellt. Der Marktanteil von acht Prozent bei der betrieblichen Altersversorgung solle weiter ausgebaut werden. Gerling biete kein eigenes Produkt für die "Riester-Rente", sondern wolle bestehende Produkte verkaufen. Die Rückversicherung, die nach eigenen Angaben weltweit auf Platz sechs liegt, erwarte 2001 ein leichtes Prämienwachstum und ein besseres Ergebnis. Die Gerling-Kreditversicherung rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg der Prämieneinnahmen bei einem geringeren Ergebnis.

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