Plan für Restrukturierung soll in drei Wochen vorliegen
NordLB an Bankgesellschaft Berlin interessiert

Der Restrukturierungsplan für die angeschlagene Bankgesellschaft wird voraussichtlich in drei Wochen vorliegen. Das Konzept soll am 24. Juni beschlossen werden, um es den Aktionären vorzulegen.

mhm BERLIN. Der Restrukturierungsplan für die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin AG soll in drei Wochen vorliegen. Das Konzept werde am 24. Juni beschlossen, um es den Aktionären zur Hauptversammlung vorzulegen, teilte das Institut nach siebenstündiger Aufsichtsratssitzung mit. Mitte Juli soll der Abschluss 2000 festgestellt werden. Das Aktionärstreffen ist für den 29. August terminiert. Damit ist eine kurzfristige Beteiligung neuer privater oder öffentlich rechtlicher Partner kaum mehr möglich.

Die öffentlich-rechtlichen Banken sind weiter an einer Mitwirkung bei der Lösung der Bankenkrise interessiert. Gerade Landesbank (LBB) und Berliner Sparkasse müssten in öffentlicher Trägerschaft bleiben, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich H. Hoppenstedt, dem Handelsblatt. Er schätze "die Substanz dieser Berliner Institute als sehr gut ein". Doch müssten alle Sanierungs-Pläne genau geprüft werden.

Berlin will Mehrheit abgeben

Zuvor hatte die Norddeutsche Landesbank (NordLB) ihr Interesse an einer Aufstockung ihrer BGB-Anteile und der unternehmerischen Führung untermauert. Noch sei es aber zu früh, konkrete Zahlen zu nennen, sagte Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD), der Aufsichtsratschef der NordLB ist. Er warte Gespräche mit dem Berliner Senat ab. Dabei geht es darum, zu welchen Konditionen die NordLB an der Kapitalerhöhung von 4 Mrd. DM für die BGB teilnimmt. Die NordLB hält 20 % der BGB-Aktien und ist nach Berlin mit 56,62 % zweitgrößter Aktionär, vor der Gothaer Versicherung mit 7,5 %. Berlin, das die Kapitalerhöhung möglichst nicht voll tragen will, hat signalisiert, auf die Mehrheit an BGB und LBB verzichten zu wollen.

Als Partner für das Engagement in Berlin nannte Aller das Land Brandenburg und die ostdeutschen Sparkassen. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbands, Rainer Voigt, sagte dem Handelsblatt, man stehe zu Gesprächen über die Lage in Berlin bereit, erwarte aber, "dass mit uns und nicht über uns gesprochen wird".

Unklar blieb, wie Brandenburg oder dessen Sparkassen an einer Lösung beteiligt werden sollen. Die Landesbank für die dortigen Kassen ist die WestLB. Eine im Sparkassenlager diskutierte Beteiligung an der LBB dürfte wegen der Einbindung der LBB in die BGB schwierig werden. Auch hat Berlin zur Haushaltsentlastung seine Gewinnansprüche an die LBB an die BGB verkauft.

Einheitliche Führung für Bank-Töchter

Der BGB-Aufsichtsrat hatte am Freitag eine neue Struktur beschlossen, mit den drei eigenständigen Verantwortungsbereichen Standardisiertes Privatkundengeschäft, Großkunden- und Kapitalmarktgeschäft sowie Gewerbliche Immobilien. Damit soll eine einheitliche Führung der bisher selbstständigen Töchter erreicht werden. Zudem eröffneten sich so künftig "verschiedene Möglichkeiten von strategischen Partnerschaften", hieß es.

Damit sollte der Weg zum angekündigten Abbau von 1 600 Stellen frei sein. Nach einer Neuaufstellung und Sanierung durch die Aktionäre könnte ferner Zeit gewonnen werden, um mittelfristig neue Partner zu gewinnen.

Mit Verkäufen will die Bank selbst Geld mobilisieren. Neben der LBB-Tochter Weberbank stehen 50 % an der Fondstochter BB-Invest - den Rest hält die Gothaer - und Immobilien zur Disposition. Für die Prager Tochter Zivostenska Banka gibt es Interessenten. Zusammen dürfte damit ein mittlerer dreistelliger Mill.-DM-Betrag zu erreichen sein.

Allein für die Risiko-Bereinigung aus Bauträgerprojekten der Töchter IGB und der zurückgekauften IBAG werden 2000 eine Mrd. Euro zurückgestellt. Die Entwicklung der IBAG, in der die Immobilienfondsprojekte gebündelt sind, werde konsequent vorangetrieben. Offen ist, wo die Bank das nötige IBAG-Kapital, das sie auf 450 Mill. Euro beziffert hatte, besorgen will.

Mit Blick auf die IGB/IBAG und die Berlin Hyp mit deren Immobilienengagements (Aubis) bekräftigte der Aufsichtsrat etwaige rechtliche Konsequenzen und Regressansprüche gegen Ex-Vorstände.

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