Planmäßige Sanierung
Opel-Chef Forster will keine Prognose abgeben

Angesichts der ungebrochenen Verunsicherungen bei den Verbrauchern hat Opel-Chef Carl-Peter Forster eine Geschäftsprognose für das kommende Jahr abgelehnt.

Reuters FRANKFURT. "Wir sind gerne optimistisch, aber wir wissen nicht, ob wir es dürfen", sagte Forster am Donnerstag in Frankfurt mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr. "Wir haben das Jahr 2004 noch nicht durchgeplant", fügte er hinzu. Zugleich bekräftigte der Vorstandschef der Adam Opel AG jedoch, dass der Autobauer wie geplant im vierten Quartal dieses Jahr die Gewinnschwelle erreichen wird. Die neuen Fahrzeugmodelle Meriva und Signum seien gut angelaufen, hieß es.

Opel hatte im vergangenen Jahr die Verluste bereits deutlich reduziert und sieht sich nach bisherigen Angaben bei der Sanierung voll im Plan. Welche Zahlen die deutsche Tochter des weltgrößten Autobauers General Motors (GM) 2004 schreiben werde, könne er jetzt nocht nicht vorhersagen, sagte Forster am Rande einer Veranstaltung der Amerikanischen Handelskammer (AmCham). "Die Szenarien für 2004 sind sehr unterschiedlich. Ich glaube, die Verunsicherung der Konsumenten sitzt tiefer als wir dachten. Das verschwindet nicht so einfach."

Über den bisherigen Geschäftsverlauf zeigte sich Forster zufrieden, obwohl er zugleich vor verfrühter Euphorie warnte: "Der Break-Even kann nicht das ultimative Ziel eines Turnarounds sein", sagte er mit Blick auf die Ende des Jahres anvisierte Gewinnschwelle. "Wir haben erst ein Drittel des Turnaround geschafft. Wir sind immer noch in der Position, dass wir Cash vernichten", betonte Forster in seiner AmCham-Rede. "Das darf nicht so weitergehen." Mit dem Sanierungsplan Olympia gehe Opel "fundamentale Probleme an. "Wir müssen langfristig den Boden legen für eine solide Profitabilität."

Im Rahmen des Programms "Olympia" sollen einerseits Stellen und Kosten gekürzt, aber andererseits auch zahlreiche neue Fahrzeugmodelle entwickelt werden sollen. Der neue Wagen Signum liege bei den Bestellungen genau im Plan, der Meriva sogar darüber, sagter Forster. Opel hat im bisherigen Jahresverlauf gegen den Markttrend den Absatz gesteigert. "Aber ein guter Mai macht noch keinen Autofrühling", räumte Forster ein. Im Gesamtjahr peile das Unternehmen eine Steigerung des Marktanteils in Deutschland um einen Prozentpunkt auf rund elf Prozent an.

Kritisch äußerte sich Forster zu den Preisnachlässen und Kaufanreizen ("Incentives") beim Autokauf auch in Deutschland. "Wir haben eine Nettopreis-Erosion. Ich glaube, das werden wir auf Dauer nicht durchhalten." Eine Abschwächung der Invcentive-Politik sei aber wohl erst mit der zunehmenden Markteinführung neuer Fahrzeugmodelle und einer Erholung des Konjunkturklimas zu erwarten. Zur Belebung der Nachfrage bekämpfen sich die Autohersteller in den USA bereits seit Monaten mit teilweise extremen Nachlässen etwa bei der Ausstattung oder auch über zinslose Kredite.

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