Planungen Baden-Württembergs
Islamunterricht in deutscher Sprache

Baden-Württemberg plant die bundesweit ersten Modelle zur Einführung eines staatlichen Islamunterrichts an Schulen in deutscher Sprache.

WiWo/ap STUTTGART. Wie bei einer parlamentarischen Anhörung christlicher und muslimischer Experten am Dienstag im Stuttgarter Landtag bekannt wurde, liegen dem zuständigen Kultusministerium bereits die fertigen Lehrpläne für die ersten drei Klassen der Grundschule zur Genehmigung vor. Der Unterricht soll im Schuljahr 2003/2004 starten.

Die Pläne der CDU/FDP-Landesregierung werden von allen Landtagsfraktionen unterstützt. Der Karlsruher Pädagogikprofessor Peter Müller, der auch Leiter der so genannten Steuerungsgruppe ist, erklärte, das kommende Schuljahr sei zu nah, um schon früher anzufangen. Die Steuerungsgruppe bemüht sich seit zwei Jahren um die Annäherung der Behörden und der unterschiedlichen islamischen Gruppen und ist für die Ausarbeitung der Lehrpläne zuständig.

"Identität garantiert"

Der Tübinger Staatskirchenrechtler Martin Heckel betonte bei der Anhörung den Stellenwert des staatlichen Religionsunterrichts in deutscher Sprache für die Integration der Emigranten. "Den muslimischen Mitbürgern wird nicht Assimilation abgenötigt, sondern Identität garantiert", sagte Heckel.

Nach Angaben von Vertretern der Sunniten und der Aleviten - beide Gruppen haben Anträge auf staatlichen Religionsunterricht gestellt - leben insgesamt knapp 3,5 Millionen Muslime in Deutschland, mindestens 500 000 davon mit deutschen Pass. Am zusätzlichen muttersprachlichen Unterricht solle festgehalten werden. Heckel warnte davor, diesen in den Bundesländern Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor allem in der Verantwortung türkischer Konsulate durchgeführten Unterricht als Ersatz für den Religionsunterricht zu verstehen.

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