Planzahlen übertroffen
Constantin Film legt gute Zahlen vor – Eichinger tritt ab

Die Münchner Constantin Film hat gute Zahlen vorgelegt. Gleichzeitig gab das Börsen notierte Unternehmen bekannt, dass Bernd Eichinger den Sessel des Vorstandsvorsitzenden bei der Constantin Film räumt.

no/dpa DÜSSELDORF. Bernd Eichinger, Deutschlands Vorzeige-Produzent mit internationalem Renomee, wolle sich im Zuge der geplanten Ausweitung der Eigenproduktion ab sofort ganz auf seine Tätigkeit als Produzent konzentrieren, erklärte die Constantin Film AG in München. Neuer Vorstandssprecher werde der für die Finanzen zuständige Daniel Wiest. "Es war wichtig für uns, Bernd Eichinger zu entlasten. In der Doppelfunktion (Vorstand und Produzent, die Red.) hätten wir ihn überlastet," sagte der Vorstand für Verleih und Marketing der Constantin Film, Thomas Friedel, gegenüber Handelsblatt.com.

Auch an der Spitze des Aufsichtsrats gibt es eine Veränderung. Der umstrittene bisherige Vorsitzende, EM.TV-Chef Thomas Haffa, legt sein Mandat auf eigenen Wunsch nieder. Seinen Posten übernimmt der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Kirch Media KG, Fred Kogel.



Das Internet werde die Constantin Film auch in der nahen Zukunft nur zu Marketingzwecken nutzen, sagte Friedel. "Wir werden noch nicht in den Bereich des Content-Streaming einsteigen. Das ist noch Zukunftsmusik, weil die Infrastruktur noch nicht steht," erläuterte der Vorstand für Verleih und Marketing. Gleichwohl sehe aber auch die Constantin Film AG den Internet-Bereich als einen Wachstumsbereich auch für das klassische Filmgeschäft, so Friedel.

Nach Angaben Friedels sei die Constantin Film erst 1997 in die TV-Produktiuon eingestiegen und habe den Bereich hochprofitabel ausgebaut. Aber auch gute Zahlen und Aussichten bewegen den Aktienkurs der Constantin Film nicht. "Wir sind da in einen Sog der Medienaktien geraten, der nicht mehr das wahre Geschäft widerspiegelt", so Friedel. Der Erlös des Börsengangs sei beispielsweise noch immer voll in den Büchern ausgewiesen.

Die Münchner Filmgesellschaft hatte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2000 den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen sei im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Mill. Euro auf 6,4 Mill. Euro geklettert. Der Umsatz habe sich um 85 % auf 116 Mill. Euro erhöht und damit die Planzahlen übertroffen. Im laufenden Geschäftsjahr peilt Constantin einen Umsatz von 140 Mill. Euro und einen EBIT von 14 Mill. Euro an.

Analyse: Das Traumbusiness ist aufgeschreckt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%