Planziele übertroffen
Tengelmann trotzt der Branchenkrise

Deutschlands sechstgrößter Lebensmittelhändler Tengelmann trotzt der Branchenkrise im Einzelhandel und bleibt auf Erfolgskurs.

HB/dpa MÜLHEIM/RUHR. Im vergangenen Geschäftsjahr 2001/02 (30. Juni) stieg der Gruppenumsatz des Familienunternehmens um 7,3 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro. "Die internen Planziele wurden weit übertroffen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Erivan Haub, am Mittwoch in Mülheim an der Ruhr.

Der Vorsteuerverlust habe im einstelligen Millionen-Euro-Bereich gelegen und sei damit weiter verringert worden, sagte Haub. Verlustbringer war das US-Geschäft der nordamerikanischen Supermarktkette A&P, die ein Minus von 70 Millionen US-Dollar verzeichnete. Als Gründe nannte Geschäftsführer Jens-Jürgen Böckel unter anderem die Verbraucherverunsicherung in Folge der Terroranschläge sowie die Kosten von Filialschließungen.

Die einstigen Sanierungsfälle Plus sowie die Supermärkte Kaisers und Tengelmann hätten hingegen ein Jahr früher als geplant wieder die Gewinnzone erreicht. Genauere Angaben zum Ergebnis macht Tengelmann traditionell nicht.

Haub bezeichnete sich trotz der Branchenprobleme als "Händler, der noch lachen kann". Im laufenden Geschäftsjahr erwarte die Gruppe in Europa einen Vorsteuergewinn im dreistelligen Millionen-Bereich. Die weiter schwierige Lage in den USA werde jedoch wahrscheinlich dafür sorgen, dass der Verlust erneut im einstelligen Millionenbereich ausfallen werde.

Plus habe in seinen mehr als 2600 Filialen in Deutschland trotz einer Verkleinerung des Netzes um 45 Filialen den Umsatz um 6,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro gesteigert. Dies sei der höchste Umsatz in der dreißigjährigen Unternehmensgeschichte. Erfolgreich sei man unter anderem mit den "Kleinen Preisen" und der Bio-Eigenmarke "BioBio" gewesen. Insgesamt zählt Plus in Europa fast 3500 Filialen. Haub kündigte eine weitere Expansion der Plus-Auslandsgesellschaften an. Mit seiner Baumarktkette OBI will Tengelmann außerdem zusammen mit einem chinesischen Hausgerätehersteller in den kommenden zehn Jahren 100 OBI-Märkte in China eröffnen. OBI hat bereits vier Märkte in China.

Neben A&P macht auch die Drogerietochter kd den Tengelmännern zu schaffen. Vor allem die angespannte Wettbewerbslage sowie eine durch die Euroumstellung bedingte Kaufrückhaltung hätten zu Beginn des Jahres 2002 zu Umsatzverlusten geführt. Im Zuge eines Restrukturierungsprogramms wurden 59 Filialen geschlossen. Die Anzahl der Mitarbeiter bei kd sank um 6,9 Prozent auf rund 3600. Ende Juni zählte kd 460 Filialen. Geschäftsführer Peter Zühlsdorff schloss einen Verkauf des gesamten Drogeriegeschäfts nicht ausdrücklich aus. "Es gibt aber noch keine Gespräche", sagte er.

Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG betreibt in 14 Ländern rund 7000 Filialen und beschäftigte Ende Juni 183 400 Menschen, das waren 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zu dem 1867 gegründeten Unternehmen im Besitz der Familie Haub gehören unter anderm die Filialisten Plus, Kaisers, Tengelmann, A&P, Obi, kd, der Textil- Discounter Kik und der Süßwarenhersteller Wissoll/Böhme. 56 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erwirtschaftet.

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