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Platzeck dementiert Schröder-Nachfolge

Angebliche Überlegungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (beide SPD) zu seinem Nachfolger aufbauen, sind in Berlin und Potsdam dementiert worden.

dpa BERLIN/POTSDAM. Angebliche Überlegungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (beide SPD) zu seinem Nachfolger aufbauen, sind in Berlin und Potsdam dementiert worden.

"Niemand ist in dieser Zeit gegen Weihnachtgeschichten gefeit. Auch wenn sie ehrenvoll klingen, kann ich nur sagen: Ich bin hier in Brandenburg bis 2009 gewählt und werde das Vertrauen der Wähler rechtfertigen", sagte Platzeck am Mittwoch der dpa in Potsdam. Regierungssprecher Béla Anda wies den Bericht der "Financial Times Deutschland" als "Weihnachtsmärchen" zurück.

Unter Berufung auf enge Kanzler-Vertraute berichtete das Blatt, Platzeck sei für Schröder nach einem Sieg bei der Bundestagswahl 2006 der geeignete Nachfolgekandidat. Als Möglichkeit werde diskutiert, Platzeck zunächst als Minister ins Kabinett zu holen. Er könne zur Mitte der Wahlperiode 2008 ins Kanzleramt wechseln, falls Schröder vorzeitig ausscheide, oder 2010 für die SPD antreten.

Der Kanzler hat sich in jüngster Zeit kaum noch öffentlich zu seinen Plänen geäußert, wie lange er im Amt bleiben will. Vor der Bundestagswahl 2002 hatte Schröder signalisiert, er könne sich sehr gut vorstellen, bis ins Jahr 2008 hinein als Kanzler zu amtieren. Bei einem Ausscheiden zu diesem Zeitpunkt wäre er zehn Jahre im Amt.

Schröder hat auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er Platzeck persönlich schätzt und ihm höhere Aufgaben zutraut. Vor drei Jahren hatte er in einem Interview insgesamt acht jüngere SPD - Politiker namentlich genannt, die für seine Nachfolge in Frage kämen. Von den damals von Schröder ins Gespräch gebrachten "SPD- Hoffnungsträgern" ist nur Platzeck übrig geblieben, während die meisten anderen seitdem auf der Karriereleiter Rückschläge hinnehmen mussten.

Sigmar Gabriel verlor das Amt des Ministerpräsidenten in Hannover, Kurt Bodewig sein Ministeramt in Berlin, Olaf Scholz trat als SPD - Generalsekretär zurück, die zur stellvertretenden SPD-Vorsitzenden aufgerückte Ute Vogt will sich nach 2006 auf die Arbeit in Baden- Württemberg zurückziehen. Der damals von Schröder ebenfalls als möglicher Aufsteiger genannte Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee gilt seit seiner Weigerung vor zwei Jahren, als Verkehrsminister ins Bundeskabinett zu wechseln, nicht mehr als Kandidat für ein Spitzenamt in Berlin. Auch die damals vom Kanzler weiter hervorgehobenen SPD-Nachwuchspolitiker und jetzigen Berliner Staatssekretäre Hans Martin Bury und Franz Thönnes haben sich seitdem nicht für solche Aufgaben profiliert.

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