Platzierung Münchener Rück belastet
Dax schließt schwächer

Belastet von deutlichen Verlusten bei den Versicherungsaktien hat der DAX am Dienstag schwächer, aber über dem Tagestief geschlossen. Das Börsenbarometer sank um 0,9 Prozent bzw 41 Punkte auf 4.434.

vwd FRANKFURT/MAIN. Verlierer des Tages im DAX waren Münchener Rück, die bei sehr hohem Umsatz 4,4 Prozent auf 218,99 EUR verloren. Die Deutsche Bank hat am Abend bestätigt, 7,6 Mio Aktien Münchener-Rück-Aktien platziert zu haben. Das Orderbuch sei um 12.00 Uhr geöffnet und um 16.15 Uhr wieder geschlossen worden, teilte die Bank mit.

Innerhalb der ersten Stunde habe die Nachfrage das Angebot bereits überstiegen. Den Verkaufspreis des Aktienpaketes bezifferte das Institut mit 1,6 Mrd EUR. Die Aktien seien zum Preis von jeweils 215 EUR platziert worden, was einem Abschlag von 2,4 Prozent auf den Kurs zum Zeitpunkt der Schließung des Orderbuches entspreche. Im Markt wurde darüber spekuliert, ob die Erlöse aus dieser Platzierung auch für das neue Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Bank verwendet werden.

Allianz verloren 3,3 Prozent auf 206,84 EUR. MLP kletterten um 6,7 Prozent auf 35,81 EUR, was ganz klar auf die Meldung zurückzuführen war, dass das Unternehmen eine einstweilige Verfügung gegen das Anlegermagazin "Börse Online" erwirkt hat. "Endlich zeigt MLP Initiative", sagte ein Marktteilnehmer, darauf habe der Markt seit längerem vergeblich gewartet. Der Kursanstieg dürfte also in erster Linie psychologisch bedingt gewesen sein. Daneben habe es es sich auch um eine technische Gegenreaktion auf die stark überverkaufte Situation der Aktie gehandelt. Das Papier habe einen enormen Kursverlust hinnehmen müssen.

Die Story des Tages kam allerdings aus der zweiten Reihe. Dort gaben WCM 19,2 Prozent auf 7,15 EUR ab, nachdem eine Studie der schweizerischen Investmentbank United Zurich Financial die Runde gemacht hatte. Darin wurden in einer Erstbewertung das Votum "Strong Sell" und ein Kursziel von 2,86 EUR genannt. Begründung: Die angeblich zu hohe Bewertung der Commerzbank-Beteiligung von WCM und ein ungerechtfertigter Aufschlag von mehr als 100 Prozent auf das Netto-Anlage-Vermögen. WCM-Vorstand Roland Flach hatte den Kursverfall noch am Nachmittag mit "einer konzertierten Aktion interessierter Kreise" erklärt. Es sehe danach aus, als ob nach MLP nun die WCM-Aktie gedrückt werden solle, damit Hedge-Fonds ihre Leerverkäufe mit hohem Profit versilbern könnten, sagte Flach am Dienstag vwd. An den von United ZurichFinance AG geäußerten Vorwürfen sei nichts dran, betonte Flach und kündigte rechtliche Schritte gegen die Vermögensverwaltung an.

Zu den wichtigsten Terminen zählten Händler eine Pressekonferenz von Infineon, bei der ein Joint-Venture zwischen Infineon, Agere und Motorola bekannt gegeben wurde. Infineon kletterten nach zwischenzeitlichen Verlusten um 2,8 Prozent auf 16,81 EUR, Siemens gaben 1,1 Prozent auf 61,15 EUR ab. Tech-Werte standen auch deshalb im Blickpunkt, weil der US-Konzern Oracle nach Börsenschluss Zahlen vorlegt. "Erst dann kann man wirklich sagen, wohin die Reise geht", betonte ein Marktteilnehmer.

Daimler Chrysler verteuerten sich um 0,4 Prozent auf 48,65 EUR. Ein Interview mit Daimler Chrysler-Vorstand Jürgen Schrempp wurde von Händlern begrüßt. "Es enthält optimistische Aussagen zu den drei Problemfeldern Chrysler, Freightliner und Mitsubishi", sagte ein Teilnehmer. Jetzt müssten nur noch die Pläne in China funktionieren, dann sehe es für das Unternehmen gut aus. VW notierten unverändert bei 53 EUR, BMW gaben 0,5 Prozent auf 42,10 EUR nach.

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