Platzverweis für Telematik-Anbieter
Kommentar: Blinder Aktionismus am Neuen Markt

In ihrem Bestreben, dem Neuen Markt wenigstens einen Rest Ansehen zu erhalten, droht die Deutsche Börse ihre Souveränität völlig zu verlieren.

Am Freitagnachmittag überraschte sie den noch nicht ins Wochenende entschwundenen Marktteilnehmer mit dem sofortigen Platzverweis für den Telematik-Anbieter Comroad. Nicht, dass es an dem Rauswurf des Unternehmens, das die Anleger über Jahre mit Luft-Umsätzen massiv täuschte, etwas auszusetzen gäbe. Dass er Rauswurf schon ab heute gelten soll, lässt die Entscheidung allerdings panikgetrieben aussehen. Comroad ist nicht der erste Fall von krimineller Energie am Neuen Markt. In der Diskussion um die nicht enden wollende flut von Skandalen hat sich die Börse stets hinter der Phrase verschanzt, nicht mehr als eine Plattform zur Verfügung stellen zu können. Alles andere sei Sache des Marktes - oder eben der Staatsanwälte. Die Entscheidung der Börse, über Comroad selbst zu richten und noch nicht einmal die in der ebenfalls noch nicht ausdiskutierten Ausschlussregel für Penny Stocks und Pleitefirmen vorgesehenen 30-Tage-Frist gelten lässt, ist für das angeschlagene Image des Wachstumssegments alles andere als hilfreich. Denn das ewige Hin- und Her der Börse schafft für Emittenten und Anleger vor allem eines: Unsicherheit.

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