Pleite gegen Kroatien
Deutsche Wasserballer gehen unter

Nach der schlechtesten Turnierleistung suchten die deutschen Wasserballer an der Chinesischen Mauer Zerstreuung, und auf Anordnung von Bundestrainer Hagen Stamm floss dabei auch Alkohol.

"Unsere Kanoniere haben Ladehemmung. Die sollen mal zusammen ein Bier trinken gehen, vielleicht hilft das", sagte der Coach nach der 5:13 (1:4, 2:3, 1:2, 1:4)-Niederlage gegen Weltmeister Kroatien.

Ausflug und Alkohol sollten die Köpfe der Spieler frei machen für die kommenden schweren Aufgaben. Denn nur, wenn das DSV-Team seine beiden abschließenden Gruppenspiele gegen Italien am Samstag (3.30 Uhr Mesz) und am Montag gegen die USA gewinnt, ist der Einzug in die K.o.-Runde möglich. "Jetzt kommen unsere Endspiele", sagte Stamm deshalb.

Enttäuschter Bundestrainer

Die Begegnung mit Goldkandidat Kroatien war keines dieser Finals, Stamm hätte sich trotzdem etwas mehr Feuer von seiner müde wirkenden Truppe gewünscht. Vor allem im Angriff enttäuschte der Fünfte der Spiele von Athen 2004, nur jeder fünfte der 25 Versuche landete im Tor. "Alles, was wir geschossen haben, war Pfosten, Latte oder Torwart", haderte Stamm.

Nur im zweiten Viertel kam etwas Spannung auf. Marko Savic und Marc Politze brachten Deutschland auf 2:4 bzw. 3:5 heran, doch dann legten die Kroaten einen Zwischenspurt hin und führten schließlich 9:3 - das Spiel war entschieden.

Kritik an Kreuzmann und Nossek

Im Zentrum von Stamms Kritik standen deshalb Tobias Kreuzmann und Heiko Nossek. "Es gab noch kein Turnier, bei dem sie nicht getroffen hätten, aber hier sind sie noch immer torlos. Im Training schießen sie der Fliege im Torwinkel die Flügel ab, aber im Spiel läuft nichts zusammen", klagte er.

In den beiden ausstehenden "Endspielen" müssten sich "unsere Schützen erheblich steigern", forderte Stamm: "Sonst haben wir da keine Chance." Beide Gegner sind schlagbar, allerdings nur an einem guten Tag - und einen solchen hatten die Wasserballer weder gegen Kroatien noch beim 6:5-Sieg gegen China. Nur gegen die starken Serben (7:11) stimmte die Leistung.

Lob für Torhüter Tchigir

Stamm sah jedoch auch Positives. Torhüter Alexander Tchigir mache "alles richtig", auch Marko Savic spiele seine Rolle "gut". Und Marc Politze, mit zwei Treffern bester Werfer gegen Kroatien, spiele "okay".

Keeper Tchigir schmeichelte das Lob des in den Katakomben des Yingdong-Stadions neben ihm schwärmenden Stamm sichtlich. Dennoch erhofft sich auch der Torwart für die nächsten Spiele eine bessere Leistung der gesamten Truppe. "Wir sind nur stark, wenn wir ein Team sind", meinte er. Mangelnde Geschlossenheit wollte man sich an der Großen Mauer holen. "Ich glaube nicht, dass Bier in diesem Fall hilft", meinte Tchigir, "das ist Kopfsache."

© SID

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