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Pleitgens schwarzer Bildschirm

Stell Dir vor, es ist Fußball-Weltmeisterschaft, und der Bildschirm bleibt schwarz! Unvorstellbar? Keineswegs.

Wenn nicht ein kleines Wunder geschieht, können bis zu einer Million deutscher Haushalte die WM-Spiele in Japan und Südkorea über ihre digitale Satellitenantenne nicht empfangen. ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen und sein damaliger Kollege, ZDF-Intendant Dieter Stolte, hatten zwar mit Leo Kirch einen Vertrag über maximal 25 Spiele für die sagenhafte Summe von 110 Mill. Euro plus Mehrwertsteuer geschlossen, doch die Digital-Rechte blieben in der opulenten Vereinbarung ausgeklammert.

Obwohl der Münchner Medienkonzern schon letztes Jahr finanziell mit dem Rücken zur Wand stand und die Öffentlich-Rechtlichen die einzigen Interessenten für die sündhaft teuren WM-Rechte waren, ließen sie sich von Kirch und seinem Vize Dieter Hahn über den Tisch ziehen. Denn von Anfang an war klar, dass auch die Rechte für die digitale Satellitenausstrahlung notwendig sind, damit alle Zuschauer die Spiele sehen können.

Zwei Wochen vor der Fußball-WM stehen Pleitgen und sein Mainzer Partner unter Druck. Der ARD-Chef spricht selbst von einer "unbefriedigenden" Situation. Tatsächlich ist Pleitgen in Leo Kirchs Abseitsfalle gelaufen. Denn nun ist er zusammen mit dem neuen ZDF-Intendanten Schächter bereit, notfalls weitere Millionen an eine mittlerweile in die Schweiz transferierte Kirch-Tochter zu überweisen. Die Zeche des schlecht ausgehandelten Vertrages zahlt dann der Gebührenzahler.

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