Plus 3,2 Prozent
Einigung im Bahn-Tarifstreit erzielt

Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und den Gewerkschaften ist am Samstag für einen Großteil der Beschäftigten beigelegt worden. Das Unternehmen einigte sich mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA auf einen Abschluss für rund 160 000 Mitarbeiter.

Reuters BERLIN. Danach erhalten die Eisenbahner im April und Dezember Einmalzahlungen von je 200 Euro zusätzlich. Ab Mai 2004 steigen die Löhne und Gehälter dann um 3,2 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis März 2005. Die in den Verhandlungen besonders umstrittene volle Angleichung der Ost- an die Westlöhne wurde in drei Stufen bis September 2006 vereinbart. Die Verhandlungen der Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL, die rund 35 000 Mitarbeiter vertritt, waren in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt worden.

Am Sonntag gingen in Frankfurt die Schlichtungsverhandlungen weiter. Für Freitag wird allgemein ein Schlichtungs-Vorschlag erwartet.

Mehdorn: Bahn wird Ziele 2003 erreichen

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bezeichnete die Höhe des Abschlusses als gerade noch vertretbar. "Es ist ein Ergebnis, wo man so recht fröhlich nicht sein kann", sagte er. Die Bahn sei mitten im Sanierungsprozess und habe eigentlich nichts zu verteilen. "Es ist eine sehr teure Lösung." Nach Angaben der Bahn entspricht der Abschluss einer Lohnerhöhung von knapp zwei Prozent pro Jahr und kostet die Bahn über die Vertragslaufzeit 400 Millionen Euro. Dennoch geht Mehdorn nach eigenen Worten davon aus, dass das Unternehmen in diesem Jahr seine Jahresplanung zum dritten Mal hintereinander erfüllen werden.

2003 will die Bahn den Betriebsverlust auf rund 200 Millionen Euro verringern. Im vergangenen Jahr betrug er knapp 500 Millionen Euro. Dies gelte, obgleich die Bahn in den ersten beiden Monaten des Jahres im Personenverkehr unter ihren Planungen geblieben sei, sagte Mehdorn.

Gewerkschaft: Ergebnis am unteren Rand der Erwartungen

Transnet-Chef Norbert Hansen sprach von sehr harten Verhandlungen. Das Ergebnis liege am "untersten Rand der Erwartungen", sei aber vertretbar. Die Tarifkommission stimmte dem Ergebnis am Nachmittag zu. Transnet und GDBA hatten ursprünglich fünf Prozent mehr Lohn und einen sofortige Angleichung der Ost-Löhne an das West-Niveau gefordert. Dies blieb in den Gesprächen bis zuletzt der wichtigste Streitpunkt. Die Bahn wollte statt Lohnerhöhungen lieber Arbeitszeitverkürzungen erreichen.

Zur Durchsetzung ihrer Forderungen hatten die Gewerkschaften bis zur Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche mit Warnstreiks nahezu eine Woche lang den Bahnverkehr zum Teil erheblich beeinträchtigt.

Einigung mit Lokführern steht noch aus

Der Tarifabschluss gilt nicht für die Lokführer. Deren Gewerkschaft GDL, die mit Transnet und GDBA zerstritten ist, hatte nach der Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche das Scheitern erklärt und die Schlichtung angerufen. Hier könnte es am Freitag einen Vorschlag der Schlichter geben. Solange die Schlichtung läuft, wird es keine Streiks bei der Bahn geben.

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